Schloss Lichtenberg ist seit Jahrhunderten die Landmarke über dem Fischbachtal im nördlichen Odenwald, nicht weit von Darmstadt. Es entstand 1570 bis 1581 für Landgraf Georg I. und gilt als erstes großes Renaissanceschloss der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Heute ist es kultureller Mittelpunkt der Gemeinde Fischbachtal, mit Konzerten, Ausstellungen und Trauungen.
Für deinen Besuch wichtig: Den Schlosshof kannst du frei betreten, das Landschaftsmuseum im Schloss ist aber derzeit geschlossen (Stand September 2026). In die Innenräume kommst du mit einer angemeldeten Führung der Fischbachtaler Geopark-vor-Ort-Begleiter. Wenige Gehminuten entfernt steht im Ort das Bollwerk, ein Geschützturm von 1503, den die Führungen ebenfalls einschließen.
Die Schlossführungen der Geopark-vor-Ort-Begleiter dauern etwa eineinhalb Stunden. Sie zeigen die Räume des Schlosses, Teile der ehemaligen „Festung Lichtenberg“ mit dem Bollwerk, das Museum der Gemeinde und Details aus der jüngeren Ortsgeschichte. Weil alle Schlossführer ehrenamtlich arbeiten, brauchen Anfragen ein paar Tage Vorlauf. Du erreichst das Team per E-Mail an info@geopark-fischbachtal.org oder telefonisch unter 06166 9336972.
Laut Preisliste kostet die Führung für Erwachsene 3 Euro und für Kinder bis 14 Jahre 1 Euro, mindestens aber 25 Euro. Gruppen zahlen Festpreise, zum Beispiel 40 Euro für 14 bis 25 Personen. Neben Gruppenführungen nach Vereinbarung gibt es einzelne öffentliche Termine, etwa Taschenlampenführungen durch die historischen Räume. Die Plätze sind begrenzt, du meldest dich vorher an; aktuelle Termine veröffentlichen die Geopark-vor-Ort-Begleiter auf ihrer Seite.
Das 1951 gegründete Museum belegt rund 1120 Quadratmeter auf drei Etagen des Schlosses, darunter Kaisersaal und Ahnensaal. Eine Ausstellung erzählt die Geschichte der Landwirtschaft in der Region, eine Dauerausstellung zeigt Bilder des Odenwaldmalers Johannes Lippmann. Museum und Schloss sind außerdem Umweltpädagogische Station des UNESCO-Geoparks Bergstraße-Odenwald. Solange das Museum geschlossen ist, siehst du Teile davon nur bei den Führungen; frag bei der Anmeldung nach, welche Räume du sehen kannst.
Die Grafen von Katzenelnbogen ließen auf dem damals unbewaldeten, „lichten“ Hügel eine Burg errichten, nach Angaben der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Die freie Lage erlaubte den Blick weit ins Land und machte die Burg zugleich von weitem sichtbar. 1479 fiel Lichtenberg an die Landgrafen von Hessen. Georg I., erster Landgraf von Hessen-Darmstadt, ließ die Anlage ab 1570 von Hofbaumeister Jakob Kesselhut umbauen und erweitern. Typisch für die Renaissance sind die geschwungenen Giebel und die gleichmäßig gereihten Fenster. An Georg I. und seine Frau Magdalena zur Lippe erinnert das Wappenportal am Ostflügel.
Die landgräfliche Familie nutzte das Schloss als Sommersitz und Jagdschloss, in Pestzeiten und während des Dreißigjährigen Krieges zeitweise auch als festen Wohnsitz. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts verlor Lichtenberg an Bedeutung. Seit Anfang der 2000er Jahre wird das Baudenkmal behutsam instand gesetzt: Die wiederhergestellte Schlosskapelle wurde 2010 gesegnet, im Erdgeschoss des Südflügels finden standesamtliche Trauungen statt.
Nachdem Lichtenberg an Hessen gefallen war, ließ Landgraf Wilhelm II. 1503 den runden, zweigeschossigen Geschützturm errichten. Mit 18,70 Metern Durchmesser und 5,80 Meter starken Mauern zählte er zu den mächtigsten seiner Zeit, ernsthaft angegriffen wurde er nie. Das Bollwerk steht heute mitten im Ort, von hier hast du einen der schönsten Blicke auf das Schloss. Von außen kannst du den Turm jederzeit ansehen, hinein kommst du im Rahmen der Schlossführungen.
Seit 1971 laden die Lichtenberger Schlosskonzerte ins Schloss, inzwischen waren es mehr als 350 Konzerte mit Klassik, gehobener Unterhaltungsmusik und Jazz, etwa beim Jazzfrühschoppen auf der Schlossterrasse. Seit Kaisersaal, Ahnensaal und Gewölbesaal beheizt sind, gibt es auch im Winterhalbjahr Veranstaltungen. Am ersten Adventswochenende folgt der Lichtenberger Adventsmarkt im alten Ortskern und im angestrahlten Schloss. Er öffnet am Freitag vor dem 1. Advent um 18 Uhr und läuft bis Sonntag.
Am Schloss treffen mehrere markierte Wanderwege zusammen: der Alemannenweg, der St.-Jost-Pilgerweg, der Panorama-Rundweg F1 rund ums Fischbachtal und der Pfad der Geschichte(n) F2, auch geografisch-historischer Lehrpfad genannt, den du direkt von der Schlossterrasse aus erwandern kannst. Für eine kurze Runde reicht der Weg vom Schloss durch den Ort zum Bollwerk. Karten und Beschreibungen der Wege stellt die Gemeinde Fischbachtal bereit.
Zum Einkehren gehst du in den Ort: In der Landgraf-Georg-Straße 3 liegt das Café Einklang, das nicht täglich geöffnet hat. Weitere Gasthäuser gibt es im Nachbarort Niedernhausen. Prüfe die Öffnungszeiten vor dem Besuch.
Direkt am Schloss gibt es Parkplätze nur für Menschen mit blauem Parkausweis. Das Schloss liegt erhöht über dem Ort, die Wege hinauf steigen an. Ob die Räume, die du bei einer Führung sehen möchtest, stufenlos erreichbar sind, klärst du am besten bei der Anmeldung.
Lichtenberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Fischbachtal im Landkreis Darmstadt-Dieburg, das Schloss liegt an der Landgraf-Georg-Straße. Mit dem Auto nutzt du die ausgeschilderten Parkplätze im Ort, etwa den Parkplatz Riedbusch, von dem ein Fußweg in rund fünf Minuten in den alten Ortskern führt. Die Zahl der Plätze ist begrenzt. Bei Großveranstaltungen wie dem Adventsmarkt sperrt der Ordnungsdienst die Zufahrt, sobald alles belegt ist; dann parkst du in Niedernhausen am Festplatz In den Eckwiesen und fährst mit dem Pendelbus hinauf.
Mit dem Bus fährst du bis zur Haltestelle Lichtenberg Waldstraße an der Ecke Waldstraße und Lippmannweg. Dort hält die Linie MO3, die Lichtenberg mit Groß-Bieberau und dem Bahnhof Reinheim sowie in der Gegenrichtung mit Rodau und Ernsthofen verbindet. Aus Darmstadt kommst du mit der Bahn nach Reinheim und steigst dort oder in Groß-Bieberau in den Bus um. Von der Haltestelle gehst du am Bollwerk vorbei in wenigen Minuten zum Schloss. Die Busse fahren nicht dicht getaktet, prüfe die Verbindung vorab in der RMV-Fahrplanauskunft.
Stand:
Den Schlosshof kannst du frei betreten und die Anlage von außen erkunden. Die Innenräume siehst du nur bei einer Führung der Fischbachtaler Geopark-vor-Ort-Begleiter, die du mit einigen Tagen Vorlauf anmeldest. Das Landschaftsmuseum im Schloss ist derzeit geschlossen (Stand September 2026).
Nein, die Gemeinde Fischbachtal meldet das Landschaftsmuseum derzeit als geschlossen (Stand September 2026). Einblicke in Museum und Räume gibt es bei den angemeldeten Schlossführungen der Geopark-vor-Ort-Begleiter. Schau vor dem Besuch auf die Seite der Gemeinde, falls sich daran etwas ändert.
Laut Preisliste der Geopark-vor-Ort-Begleiter zahlen Erwachsene 3 Euro und Kinder bis 14 Jahre 1 Euro, der Mindestbetrag liegt bei 25 Euro. Für Gruppen gibt es Festpreise, etwa 40 Euro für 14 bis 25 Personen. Die Führung dauert etwa eineinhalb Stunden und schließt das Bollwerk ein.
Auf den ausgeschilderten Parkplätzen im Ort, zum Beispiel am Parkplatz Riedbusch, von dem du in rund fünf Minuten zu Fuß in den alten Ortskern kommst. Am Schloss selbst dürfen nur Menschen mit blauem Parkausweis parken. Beim Adventsmarkt wird die Zufahrt gesperrt, wenn alles belegt ist; dann parkst du in Niedernhausen und nimmst den Pendelbus.
Die Buslinie MO3 hält an der Haltestelle Lichtenberg Waldstraße und verbindet den Ort mit Groß-Bieberau und dem Bahnhof Reinheim. Aus Darmstadt fährst du mit der Bahn nach Reinheim und steigst dort oder in Groß-Bieberau um. Von der Haltestelle sind es wenige Gehminuten am Bollwerk vorbei zum Schloss.
Von außen jederzeit: Der Geschützturm von 1503 steht mitten im Ort, und von dort hast du einen der schönsten Blicke auf das Schloss. Hinein kommst du im Rahmen der Schlossführungen der Geopark-vor-Ort-Begleiter, zu denen das Bollwerk fest dazugehört.
Jedes Jahr am ersten Adventswochenende im alten Ortskern und im angestrahlten Schloss. Eröffnet wird am Freitag vor dem 1. Advent um 18 Uhr, danach läuft der Markt bis Sonntag. Weil Parkplätze knapp sind, empfiehlt die Gemeinde Bus und Bahn oder den Pendelbus ab Niedernhausen.
Kategorie
Kultur
Landgraf-Georg-Straße, 64405 Fischbachtal-Lichtenberg
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