Persönlichkeiten17. Juli 2026·3 Min. Lesezeit

Von Barcelona nach Mosbach: Wie Clara und Janis das größte Street-Art-Festival der Region auf die Beine stellen

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Janis & Clarafosca

Gründer von MiMisto und Organisatoren des Graffiti-Festivals Mosbach

Janis & Clarafosca – Gründer von MiMisto und Organisatoren des Graffiti-Festivals Mosbach

Was als verrückte Idee am Küchentisch begann, bringt bald die internationale Urban-Art-Szene ins Neckartal. In unserer Porträt-Reihe stellen wir zwei kreative Köpfe vor, die den Güterhallenweg in eine riesige Freiluftgalerie verwandeln: Janis und Clarafosca.

Wer an den Odenwald und das Neckartal denkt, hat meistens idyllische Fachwerkhäuser, dichte Wälder und historische Burgen vor Augen. Doch vom 24. bis 26. Juli zieht eine ganz andere Kultur in Mosbach ein. Auf rund 1.100 Quadratmetern Wandfläche am Güterhallenweg in Neckarelz entsteht ein gigantisches, farbenfrohes Gemeinschaftskunstwerk — ein sogenanntes Global Mural.

Dahinter steckt kein großes, anonymes Event-Unternehmen, sondern das Duo Janis und Clarafosca. Die beiden haben das Kollektiv MiMisto ins Leben gerufen, um zeitgenössische Street-Art dorthin zu bringen, wo man sie sonst seltener vermutet: in den ländlichen Raum.

Ein internationales Treffen der Sprühdosen-Elite

Wer mit Janis über das anstehende Festival spricht, merkt schnell: Hier treibt ihn kein kommerzieller Gedanke an, sondern pure Begeisterung für eine weltweite Gemeinschaft. Rund 40 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt reisen an — komplett ehrenamtlich und ohne Gage.

Dass ein solches Line-up in Mosbach zusammenkommt, verdanken die beiden ihrer tiefen Verwurzelung in der Szene. Clarafosca ist selbst eine erfolgreiche, unabhängige Urban-Art-Künstlerin aus Barcelona. Sie reist für Projekte rund um den Globus und bringt ein unbezahlbares Netzwerk mit. Zusammen mit Janis hat sie die Vision entwickelt, graue Zweckbauten dauerhaft mit Kultur und bunten Geschichten zu füllen.

Graffiti ist viel mehr als nur Schmiererei. Es ist eine lebendige, offene Kultur, die Menschen zusammenbringt — genau das wollen wir in Mosbach zeigen.
Janis

Die Gemeinschaft packt mit an

Besonders stolz sind die beiden Organisatoren darauf, dass das Festival zu einem echten Projekt für die ganze Region geworden ist. Statt großer Caterer übernehmen lokale Vereine die Bewirtung der Gäste vor Ort. Der Erlös bleibt dabei vollständig in den Vereinskassen.

So backt der Mosbacher Kneipenchor fleißig Kuchen, während Schüler des APG Pizzaschnecken verkaufen, um ihre Abikasse aufzubessern. Der Eintritt zum Festival ist an allen drei Tagen für jeden komplett kostenfrei — vom neugierigen Kleinkind, das beim Live-Painting zuschaut, bis zu den Großeltern. Neben Musik-Sets von Hip-Hop bis Soul gibt es sonntags auch einen kostenlosen Graffiti Walk über das Gelände (mit Anmeldeliste).

Die besten Kunstwerke hängen nicht immer im Museum. Manchmal entstehen sie an der Betonwand neben dem Bahnhof und gehören uns allen.
Clarafosca

Was am Ende bleibt

Am Sonntagabend wird der letzte Sprühnebel über dem Güterhallenweg verflogen sein, doch die Kunstwerke bleiben. Das Festival, das im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Großen Kreisstadt Mosbach stattfindet, soll nachhaltig wirken.

Ein neuer Meilenstein für die internationale Street-Art-Szene im Neckar-Odenwald-Kreis: Mit der Neugestaltung der monumentalen Betonwand am Güterhallenweg katapultiert sich Mosbach direkt auf Platz 5 der größten zusammenhängenden Open-Air-Galerien Deutschlands.

Für Janis und Clara ist das Event erst der Anfang. Sie wollen zeigen, wie viel kreatives Potenzial und Offenheit in unserer Region steckt — und dass der Odenwald und das Neckartal bunter sind, als viele vielleicht denken.

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Im Porträt

Janis & Clarafosca

Gründer von MiMisto und Organisatoren des Graffiti-Festivals Mosbach