Die wichtigsten Flüsse, die im Odenwald entspringen, sind die Mümling (Quelle in Beerfelden, mündet bei Obernburg in den Main), die Gersprenz (entsteht an der Neunkircher Höhe, mündet in den Main), die Weschnitz (entspringt bei Grasellenbach, mündet in den Rhein) und die Modau (entspringt ebenfalls an der Neunkircher Höhe, mündet in den Rhein). In den Neckar entwässern unter anderem die Itter bei Eberbach, die Elz bei Mosbach und die Steinach bei Neckarsteinach. Main, Neckar und Rhein selbst entspringen nicht im Odenwald — sie begrenzen das Mittelgebirge nur.
Auf einen Blick
- Zum Main
- Mümling (Quelle in Beerfelden) und Gersprenz (Quellgebiet an der Neunkircher Höhe).
- Zum Rhein
- Weschnitz (Quelle bei Grasellenbach) und Modau (Neunkircher Höhe).
- Zum Neckar
- Itter (Eberbach), Elz (Mosbach) und Ulfenbach/Steinach (Neckarsteinach).
- Besonderheit
- Die Mümlingquelle in Beerfelden ist als historischer Zwölf-Röhren-Brunnen gefasst.
Die kurze Antwort
Der Odenwald ist eine Wasserscheide zwischen Main, Rhein und Neckar: Seine Bäche und Flüsse fließen sternförmig in alle drei Richtungen ab. Nach Norden zum Main entwässern Mümling und Gersprenz, nach Westen zum Rhein Weschnitz und Modau, nach Süden zum Neckar Itter, Elz und Ulfenbach/Steinach. Die Täler dieser Flüsse sind zugleich die wichtigsten Verkehrs-, Wander- und Radachsen der Region — wer den Odenwald plant, plant fast immer entlang eines Flusstals.
Nach Norden zum Main: Mümling und Gersprenz
Die Mümling ist der bekannteste Fluss des inneren Odenwalds. Sie entspringt in Beerfelden (Stadt Oberzent), wo ihre Quelle als historischer Zwölf-Röhren-Brunnen gefasst ist, und fließt durch Erbach, Michelstadt und Bad König nach Norden, bis sie bei Obernburg in den Main mündet. Ihr Tal ist die zentrale Achse des Odenwaldkreises — hier verlaufen auch die B45 und die Odenwaldbahn.
Die Gersprenz entsteht aus mehreren Quellbächen am Nordhang der Neunkircher Höhe im Raum Lindenfels und fließt durch das nach ihr benannte Gersprenztal über Reichelsheim und Groß-Bieberau Richtung Dieburger Land, wo sie ebenfalls den Main erreicht.
Nach Westen zum Rhein: Weschnitz und Modau
Die Weschnitz entspringt bei Grasellenbach im Überwald — der Sage nach unweit der Stelle, an der Siegfried ermordet worden sein soll. Sie durchfließt das Weschnitztal über Fürth, Rimbach und Mörlenbach, durchbricht bei Weinheim die Bergstraße und mündet in der Rheinebene bei Biblis in den Rhein.
Die Modau startet wie die Gersprenz an der Neunkircher Höhe, fließt aber nach Westen: durch Modautal und Ober-Ramstadt in die Rheinebene und dort bei Stockstadt am Rhein in den Strom. Auch die Lauter, die dem Lautertal mit dem Felsenmeer den Namen gibt, gehört zu den westwärts fließenden Odenwald-Bächen.
Nach Süden zum Neckar: Itter, Elz und Steinach
Der südliche Odenwald entwässert in den Neckar. Die Itter mündet bei Eberbach, ihr oberes Tal führt hinauf Richtung Katzenbuckel. Die Elz durchfließt den Kleinen Odenwald und erreicht den Neckar bei Mosbach-Neckarelz — der Ortsname verrät die Mündung. Der Ulfenbach entspringt im Überwald, heißt ab Schönau Steinach und mündet bei Neckarsteinach.
Dass Main, Neckar und Rhein den Odenwald begrenzen, aber nicht in ihm entspringen, ist der Schlüssel zur Geografie der Region: Der Odenwald ist das Quellgebiet dazwischen, eine Wasserscheide, deren Täler das Mittelgebirge in alle Richtungen öffnen.
Das bedeutet für dich
Die Flusstäler sind die praktischsten Achsen für deine Ausflugsplanung: Das Mümlingtal erschließt mit der Odenwaldbahn das Herz der Region, das Weschnitztal verbindet Bergstraße und Überwald, und die Neckar-Zuflüsse führen zu Burgen und Fachwerkorten am südlichen Rand. Radwege folgen fast allen genannten Flüssen — sie gehören zu den steigungsärmsten Strecken, die der Odenwald zu bieten hat.
