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Was ist der Odenwald?

Zuletzt aktualisiert: 2026-09-28

Direkte Antwort

Der Odenwald ist ein rund 2.500 km² großes Mittelgebirge in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Waldhöhen, Wiesentäler und Fachwerkorte wie Michelstadt prägen die Region. Sie liegt östlich der Bergstraße und reicht bis an Main, Neckar und Bauland. Der höchste Berg ist der Katzenbuckel bei Waldbrunn mit 626 Metern.

Lage, Grenzen und Orte auf der Karte →

Auf einen Blick

Bundesländer
Hessen, Baden-Württemberg und Bayern
Höchster Berg
Katzenbuckel, 626 Meter
Bekannte Orte
Michelstadt, Erbach, Amorbach, Miltenberg und Eberbach
Geschichte
Römische Grenze, Kloster Lorsch, Erbacher Grafen und Fachwerkstädte
Zur Einordnung
Naturraum Odenwald, Odenwaldkreis und Geo-Naturpark sind verschiedene Gebiete

Wie sieht die Landschaft aus?

Im westlichen, kristallinen Odenwald wechseln bewaldete Kuppen mit offenen Tälern. Hier liegt das Felsenmeer bei Lautertal-Reichenbach. Im östlichen Sandstein-Odenwald bestimmen Buntsandstein, Waldflächen und tief eingeschnittene Täler das Bild. Der Kleine Odenwald setzt die Landschaft südlich des Neckars fort.

Der Katzenbuckel bei Waldbrunn ist mit 626 Metern die höchste Erhebung und hat vulkanischen Ursprung. Die Unterschiede im Untergrund erklären, warum der Odenwald keine einheitliche Waldlandschaft ist: Felsformen, Talprofile und offene Höhen wechseln auf vergleichsweise engem Raum.

Odenwald, Odenwaldkreis und Geo-Naturpark

Der Odenwaldkreis ist ein hessischer Landkreis mit Sitz in Erbach. Der Naturraum Odenwald reicht über seine Grenzen hinaus nach Baden-Württemberg und Bayern sowie in weitere hessische Landkreise.

Der UNESCO Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald umfasst rund 3.800 km². Zu ihm gehören zusätzlich Landschaften wie Bergstraße und Ried. Seine UNESCO-Auszeichnung als Global Geopark bezieht sich auf die Erdgeschichte und deren Vermittlung. Das Kloster Lorsch besitzt einen eigenen Status als UNESCO-Welterbestätte.

Kurze Geschichte: vom Limes bis ins 20. Jahrhundert

Die Geschichte des Odenwalds lässt sich an konkreten Orten ablesen. Im frühen 2. Jahrhundert verlief hier eine römische Grenzlinie. Der ältere Odenwaldlimes gehört anders als der spätere Limes zwischen Walldürn und Osterburken nicht zum UNESCO-Welterbe. Welche römischen Orte du besuchen kannst, zeigt die Antwort zu den Spuren der Römer.

Im frühen Mittelalter prägten Klöster die Region. Das 764 gegründete Kloster Lorsch gewann durch Schenkungen großen Landbesitz, viele Odenwaldorte werden im Lorscher Codex zum ersten Mal genannt. Einhard ließ zwischen 815 und 827 die Einhardsbasilika in Steinbach bauen. Später teilten sich Klöster, Adelsfamilien und geistliche Fürstentümer die Region. Daher stammen die vielen Burgen, von der Starkenburg über Heppenheim bis zum Schloss Erbach der Erbacher Grafen.

Im 17. Jahrhundert trafen Kriege, Seuchen und Stadtbrände viele Orte. Die heutigen Fachwerkaltstädte sind deshalb oft das Ergebnis des Wiederaufbaus. 1847 trafen sich liberale Politiker zur Heppenheimer Versammlung im Hotel Halber Mond, die zur Vorgeschichte der Revolution von 1848 gehört. Zur Ortsgeschichte zählen auch die Verbrechen der NS-Zeit, an die Gedenkorte etwa in Heppenheim erinnern.

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Zeittafel mit Spuren vor Ort
ZeitWas sich verändertSpur vor Ort
Frühes 2. JahrhundertDie Römer sichern die ältere Grenzlinie im Odenwald.Limesreste und Turmrekonstruktion bei Vielbrunn
764Gründung des Klosters LorschWelterbeareal an der Bergstraße
815 bis 827Einhard lässt seine Kirche bauen.Einhardsbasilika in Steinbach
1066Kloster Lorsch errichtet die Starkenburg.Burgberg über Heppenheim
1484Bau des Michelstädter RathausesFachwerkbau am Marktplatz
17. JahrhundertKriege, Seuchen und Stadtbrände treffen die Region.Wiederaufgebaute Altstadt von Heppenheim
1847Liberale Politiker treffen sich zur Heppenheimer Versammlung.Hotel Halber Mond in Heppenheim
1933 bis 1945NS-Herrschaft, Verfolgung und KriegStadtgeschichtliche Erinnerungsorte, etwa in Heppenheim

Häufige Fragen zum Odenwald

Woher kommt der Name Odenwald?

Die Herkunft ist nicht abschließend geklärt. Sprachwissenschaftlich werden mehrere Deutungen diskutiert. Die verbreitete Erklärung als Wald des Odin ist ebenso wenig gesichert wie die Herleitung aus einer öden Wildnis.

Ist der ganze Odenwald ein Nationalpark?

Nein. Der Odenwald ist ein Mittelgebirge. Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und der Naturpark Neckartal-Odenwald sind keine Nationalparks; Schutzregeln gelten je nach Gebiet, etwa in Naturschutzgebieten.

Liegt der Odenwald nur in Hessen?

Nein. Große Teile liegen in Hessen, weitere in Baden-Württemberg und Bayern. Der hessische Odenwaldkreis ist nur ein Teil der Region.