Eberbachs Altstadt lässt sich gut zu Fuß erkunden. Die Stadtmauer umschließt ein relativ regelmäßiges Viereck von etwa 270 mal 170 Metern, an den Ecken stehen vier Stadttürme, und an der Neckarseite führt eine Promenade an der Mauer entlang. Der Bummel kostet nichts, auch das Museum der Stadt und das Naturpark-Zentrum verlangen keinen Eintritt. 2027 feiert Eberbach 800 Jahre: 1227 wurde die Burg Eberbach erstmals urkundlich erwähnt, danach ließ der Stauferkönig Heinrich (VII.) unterhalb der Burg die Stadt anlegen.
Der Pulverturm an der Nordwestecke stammt aus dem 13. Jahrhundert. In den Sommermonaten war die Uhrenkammer in der Turmspitze mit Blick über die Dächer zu besichtigen, derzeit ist der Turm laut Stadt nicht begehbar (Stand September 2026). Im Innenhof am Pulverturm steht der Fischerbrunnen, hier beginnt auch die Nachtwächterführung.
Der Rosenturm an der Nordostecke, heute ein runder Torso, ist der älteste der vier Ecktürme und der einzige Rundturm der Befestigung. Er misst über 6,50 Meter im Durchmesser, seine Sandsteinmauern sind 2 Meter dick, gebaut wurde er im 13. Jahrhundert zusammen mit der Stadtmauer. Über dem hoch gelegenen Eingang ist eine liegende Menschengestalt eingehauen, die wohl böse Geister abwehren sollte.
Der massige Haspelturm, auch Badturm genannt, steht am Lindenplatz und stammt aus dem 14. Jahrhundert. In sein lichtloses Untergeschoss wurden Gefangene mit einer Haspel hinabgelassen. Der Blaue Hut ist der kleinste und jüngste der Türme, ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert. Seinen Namen hat er von der Dachhaube aus blauschwarzem Schiefer, im Stockwerk darunter lag die Betzenkammer, das städtische Arrestlokal.
Die Stadtmauer geht auf die Gründungszeit zurück: 1241 wurde Eberbach laut königlichem Reichssteuerregister wegen des Mauerbaus die Steuer erlassen. Besonders an der Neckarfront bekommst du einen Eindruck von der ursprünglichen Befestigung, am Blauen Hut sind behauene Buckelquader erhalten.
Die Flusspromenade führt von der Ittermündung durch die Neckaranlage und an der Stadtmauer entlang bis zum Blauen Hut. Unterwegs siehst du Hochwassermarken, eine Brunnenanlage, Bäume aus aller Welt und Denkmäler ausgestorbener Berufe wie Rindeklopferin, Reifschneider und Treidler.
Das Badhaus gilt als das wohl am besten erhaltene mittelalterliche Badehaus in Baden-Württemberg. Sein Kern ist ein dreischiffiges spätgotisches Kreuzgewölbe aus dem 15. Jahrhundert, das auf acht Sandsteinsäulen ruht; in der Mitte ist der frühere Feuerraum erhalten. Heute sind im Gebäude ein Hotel und ein Restaurant untergebracht.
Der Hof mit dem Bettendorff'schen Tor ist mit dem Baujahr 1470 vielleicht das älteste vollständig erhaltene Fachwerkgebäude der Stadt. Das Tor stammt aus der Zeit der staufischen Stadtbefestigung, als Stadteingang war es dem König und seinen Beamten vorbehalten.
Das Thalheim'sche Haus am Thonon-Platz wurde 1421 erstmals erwähnt und gilt als ältestes Steingebäude der Stadt. Es war Sitz des kurpfälzischen Amtskellers, dann fürstlich-leiningisches Jagdpalais und später Rathaus. Heute zeigt hier das Naturpark-Zentrum Eberbach auf 280 Quadratmetern in zehn Räumen die Tier-, Mineral- und Pflanzenwelt des Naturparks Neckartal-Odenwald. Geöffnet ist dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 16 Uhr, mittwochs von 10 bis 14 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei.
Das Museum der Stadt Eberbach im historischen Rathaus am Alten Markt zeigt den Neckar als Lebens- und Verkehrsader, Wald und Geologie der Umgebung und den letzten Wolf des Odenwaldes. Es öffnet mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr, auch an Feiertagen, der Eintritt ist frei. Ebenfalls am Alten Markt erzählen am Hotel Karpfen 14 Sgraffito-Bilder, 1934 von Richard Hemberger geschaffen, die Stadtgeschichte.
Das private Küferei-Museum der Familie Helm im Pfarrhof ist eine komplett eingerichtete Küferwerkstatt. Jedes Werkzeug liegt noch dort, wo es der letzte Küfer Friedrich Helm 1987 zurückgelassen hat. Geöffnet ist von Mai bis zum ersten Oktoberwochenende freitags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr, sonst nach telefonischer Vereinbarung.
Starte am Leopoldsplatz mit Rathaus, Tourist-Info und Wappenbrunnen. Von dort gehst du zum Pulverturm und zum Thalheim'schen Haus am Thonon-Platz, dann zum Lindenplatz mit Haspelturm und Badhaus. Über den Alten Markt mit Museum und Hotel Karpfen erreichst du den Rosenturm, anschließend den Hof mit dem Bettendorff'schen Tor und den Blauen Hut. Zurück geht es über die Neckarpromenade an der Stadtmauer entlang.
Die öffentliche Altstadtführung dauert etwa 90 Minuten, mit ähnlich viel Zeit kommst du auch auf eigene Faust mit kurzen Stopps aus. Mit Museum, Naturpark-Zentrum und einer Pause wird daraus ein halber Tag. Unterwegs hilft die kostenlose Zeigmal-App der Stadt: Sie lotst dich zu den Sehenswürdigkeiten, spielt kurze Audiobeiträge Eberbacher Stadtführer ab und blendet historische Aufnahmen aus dem Stadtarchiv ein.
Von Mai bis Oktober startet jeden Samstag um 10.30 Uhr eine öffentliche Altstadtführung vor der Tourist-Info im Rathaus. Sie dauert etwa 90 Minuten, kostet 5 Euro und ist ohne Voranmeldung möglich. Die Nachtwächterführung kostet ebenfalls 5 Euro und beginnt im Innenhof am Pulverturm, ihre festen Termine veröffentlicht die Stadt jeweils für das laufende Jahr.
Auf dem Ohrsberg mitten in der Stadt steht ein 17,50 Meter hoher Aussichtsturm von 1970. Zur Burgruine Eberbach mit Vorder-, Mittel- und Hinterburg gehst du von der Stadtmitte aus etwa 45 Minuten, die Ruine ist jederzeit zugänglich.
Eberbach erreichst du mit der S-Bahn Rhein-Neckar aus Heidelberg, im Fahrplan 2026 mit den Linien S1 und S2, und mit der Odenwaldbahn aus Erbach, Darmstadt und Frankfurt, die in Eberbach endet. Vom Bahnhof gehst du etwa 5 Minuten zum Rathaus am Leopoldsplatz. Busse halten an der Haltestelle Stadthalle.
Mit dem Auto parkst du am nächsten an der Altstadt in den städtischen Tiefgaragen am Leopoldsplatz, Einfahrt über Friedrich-Ebert-Straße und Nägelseegasse, und am Rosenturmquartier. Wer höchstens 30 Minuten bleibt, parkt dort gratis. Tagsüber kosten je angefangene 6 Minuten 10 Cent, montags bis freitags von 8.30 bis 19.30 Uhr und samstags von 8.30 bis 13.30 Uhr. Nachts und am Wochenende von Samstag 13.30 Uhr bis Montag 8.30 Uhr zahlst du pauschal 2 Euro (Gebührensatzung, Stand April 2025). Weitere Parkplätze liegen am Neckarlauer direkt am Fluss, von dort sind es 5 bis 10 Minuten zu Fuß zum Rathaus.
Stand:
Die vier Stadttürme Pulverturm, Rosenturm, Haspelturm und Blauer Hut, die Stadtmauer mit der Neckarpromenade, das mittelalterliche Badhaus, den Hof mit dem Bettendorff'schen Tor von 1470 und das Thalheim'sche Haus mit dem Naturpark-Zentrum. Am Alten Markt liegen das Museum der Stadt und das Hotel Karpfen mit Sgraffito-Bildern zur Stadtgeschichte.
Die öffentliche Altstadtführung dauert etwa 90 Minuten, mit ähnlich viel Zeit kommst du auch allein mit kurzen Stopps aus. Die Altstadt misst nur etwa 270 mal 170 Meter. Mit Museum, Naturpark-Zentrum und Pause plane einen halben Tag ein.
Am nächsten liegen die städtischen Tiefgaragen am Leopoldsplatz (Einfahrt über Friedrich-Ebert-Straße und Nägelseegasse) und am Rosenturmquartier. Bis 30 Minuten ist das Parken frei, tagsüber kosten je angefangene 6 Minuten 10 Cent, nachts und am Wochenende gilt eine Pauschale von 2 Euro. Weitere Parkplätze gibt es am Neckarlauer.
Zu Fuß sind es vom Bahnhof etwa 5 Minuten bis zum Rathaus am Leopoldsplatz, direkt an der Altstadt. Eberbach erreichst du mit der S-Bahn Rhein-Neckar aus Heidelberg, im Fahrplan 2026 mit den Linien S1 und S2, und mit der Odenwaldbahn aus Erbach, Darmstadt und Frankfurt.
Ja. Von Mai bis Oktober startet jeden Samstag um 10.30 Uhr eine öffentliche Altstadtführung vor der Tourist-Info im Rathaus, Dauer etwa 90 Minuten, Preis 5 Euro, ohne Voranmeldung. Dazu kommen Nachtwächterführungen zu festen Terminen ab dem Innenhof am Pulverturm und die kostenlose Zeigmal-App für den Rundgang auf eigene Faust.
Derzeit nicht. Früher war in den Sommermonaten die Uhrenkammer in der Turmspitze zu besichtigen, laut Stadt ist die Begehung aktuell nicht möglich (Stand September 2026). Frag bei der Tourist-Info im Rathaus nach, ob sich daran etwas geändert hat.
Das Museum der Stadt am Alten Markt und das Naturpark-Zentrum im Thalheim'schen Haus sind kostenlos. Das Museum öffnet mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr, das Naturpark-Zentrum dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 16 Uhr, mittwochs von 10 bis 14 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr.
Kategorie
Kultur
Alter Markt, 69412 Eberbach
Die Karte wird von OpenStreetMap geladen. Dabei wird unter anderem deine IP-Adresse übertragen.
49.4625°N, 8.9855°E
Gut zu wissen
Prüfe vor dem Start aktuelle Öffnungszeiten, Wetter und Anfahrt. Wege, Parkplätze und Zugänge können je nach Saison unterschiedlich gut erreichbar sein.
Die nächsten Termine im Umkreis, Entfernung in Luftlinie ab Ortsmitte.