Burg Stolzeneck liegt versteckt auf einem bewaldeten Bergsporn über dem Neckar zwischen Rockenau und Lindach, wenige Kilometer von Eberbach. Vom Tal aus ist die Ruine kaum zu sehen. Wer den Weg durch den Wald nimmt, steht vor einer der mächtigsten Schildmauern der Region. Die Hauptburg ist allerdings seit 2019 bis auf Weiteres gesperrt, einen Termin für die Wiedereröffnung gibt es nicht. Plane Stolzeneck deshalb als Ziel einer Waldwanderung, bei der du die Ruine von außen und die Vorburg erlebst.
Im April 2019 sperrte das Amt Vermögen und Bau Heilbronn des Landes Baden-Württemberg Burg Stolzeneck und die Minneburg mit sofortiger Wirkung. An beiden Anlagen hatten sich Risse gebildet, Steine waren herabgefallen und Mauerwerk eingestürzt. Bei Stolzeneck ist seitdem die Hauptburg abgesperrt. Die Vorburg mit Brunnen und Grillstelle ist vorerst geöffnet.
Die Gemeinde Neunkirchen bittet, die abgesperrten Bereiche aus Sicherheitsgründen nicht zu betreten. Anfragen zu den Burgen beantwortet ForstBW, Forstbezirk Odenwald in Schwarzach.
Die Burg liegt auf einem Bergsporn, der sich von der Hochfläche des Bremenbergs hinunter zum Neckar zieht. Eine Schlucht, steile Hänge und ein tiefer Halsgraben schützten die Anlage von mehreren Seiten. Die Ruine liegt auf etwa 208 Metern Höhe und gehört zur Gemarkung Neunkirchen, näher sind aber Eberbach und Rockenau.
Auf der Bergseite steht die Schildmauer, der zentrale Schutz gegen Angriffe vom Höhenrücken. Sie ist rund 21 Meter hoch und bis zu 2,85 Meter stark. Einen Bergfried besitzt Stolzeneck nicht, die Schildmauer ist ihr Wahrzeichen.
Die Burg entstand vermutlich um 1200, wahrscheinlich als Reichsburg, und wird 1268 erstmals im Zusammenhang mit einer Witwe von „Stoltzinecke“ urkundlich erwähnt. Wenige Jahre später erwarb Pfalzgraf Ludwig II. die Burg, ab 1284 war Stolzeneck ein kurpfälzisches Lehen verschiedener Adelsfamilien.
Nach dem Tod des letzten Lehensnehmers im frühen 17. Jahrhundert verlor die Burg ihre Funktion. Ab 1612 wurde Baumaterial abgetragen und die Anlage dem Verfall überlassen. Auch der zugehörige Burgweiler Krösselbach wurde aufgegeben.
Die Mauern aus rotem Sandstein, der tiefe Halsgraben und die Reste des Palas mit spätgotischen Fenstern aus dem 15. oder 16. Jahrhundert prägen die Anlage. Solange die Hauptburg gesperrt ist, siehst du Schildmauer und Palas nur von außen. Der dichte Wald schränkt auch die Aussicht ins Neckartal stark ein. Für Fotos wirkt die Ruine im Frühling und Herbst besonders stimmungsvoll, wenn frisches Grün oder buntes Laub den Sandstein einrahmt.
Burg Stolzeneck ist nur zu Fuß erreichbar. Von Rockenau führt der Neckarsteig zur Burg, sie liegt auf der Etappe von Eberbach nach Neunkirchen. Mit der S-Bahn fährst du bis Lindach, überquerst den Neckar an der Schleuse Rockenau und gehst auf dem Neckarsteig hinauf. Mit dem Auto parkst du am Parkplatz östlich der L590 zwischen Schwanheim und Eberbach und erreichst die Ruine über Naturparkwege.
Die Wege von der Hochfläche sind teils steil und führen zwischen Sandsteinblöcken hindurch, feste Schuhe sind nötig. Der Neckarsteig verbindet Stolzeneck mit der Minneburg, die ebenfalls gesperrt ist.
Neckarabwärts liegt Burg Hirschhorn mit frei zugänglichen Außenanlagen und Blick auf die Neckarschleife. Neckaraufwärts kannst du Schloss Zwingenberg mit Führung besichtigen, weiter flussauf folgen Burg Hornberg und Burg Guttenberg. Für eine Pause bietet sich die Altstadt von Eberbach an.
Stand:
Nur eingeschränkt. Die Hauptburg mit Schildmauer und Palas ist seit 2019 wegen Rissen und Steinausbrüchen gesperrt. Die Vorburg mit Brunnen und Grillstelle war zuletzt weiter zugänglich. Beachte die Absperrungen vor Ort. Eintritt wird nicht erhoben.
Einen Termin gibt es nicht. Die Hauptburg ist bis auf Weiteres gesperrt, die Vorburg mit Brunnen und Grillstelle ist vorerst geöffnet. Anfragen zu den Burgen beantwortet ForstBW, Forstbezirk Odenwald in Schwarzach.
Nur zu Fuß. Mit der S-Bahn fährst du bis Lindach, überquerst den Neckar an der Schleuse Rockenau und gehst auf dem Neckarsteig hinauf. Mit dem Auto parkst du östlich der L590 zwischen Schwanheim und Eberbach und folgst den Naturparkwegen. Die Wege sind teils steil, feste Schuhe sind nötig.
Neckarabwärts sind die Außenanlagen von Burg Hirschhorn frei zugänglich. Neckaraufwärts kannst du Schloss Zwingenberg mit Führung besichtigen, weiter flussauf sind Burg Hornberg und Burg Guttenberg geöffnet. Die Minneburg bei Neckargerach ist wie Stolzeneck gesperrt.
Kategorie
Wandern
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