Riesenmammutbäume, chilenische Andentannen, japanische und nordamerikanische Magnolien und Kalifornische Flusszedern: Im Exotenwald Weinheim wachsen Baumarten aus mehreren Kontinenten nicht als einzelne Parkbäume, sondern als ganze Waldbestände. Der rund 60 Hektar große Wald grenzt direkt an den Weinheimer Schlosspark, der im englischen Gartenstil angelegt ist, und ist ganzjährig rund um die Uhr frei zugänglich.
Drei beschilderte Rundwege zwischen 2,4 und 4,4 Kilometern führen durch das Gelände. Damit passt der Exotenwald zu einem kurzen Spaziergang nach dem Altstadtbummel ebenso wie zu einer längeren Runde mit Aussichtspunkten und Schutzhütten.
Als Exoten gelten hier alle Baumarten, die in Deutschland nicht heimisch sind. Ihre Herkunftsgebiete liegen in Asien, in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Nordafrika, dazu kommen Arten aus Süd- und Nordeuropa und einheimische Bäume. Rund 140 verschiedene Baumarten wachsen heute im Exotenwald, gepflanzt als Waldbestände aus 18 Waldregionen. Jedes Jahr kommen drei bis fünf neue Arten hinzu.
Namensschilder, Informationstafeln und Wegweiser erklären unterwegs, was du vor dir hast. Im Herbst lohnt sich der Obere Kastanienwaldweg besonders: Dort stehen Laubbäume von der Ostküste Nordamerikas, deren Färbung an den Indian Summer erinnert.
Den Grundstein legte Christian Freiherr von Berckheim, der zwischen 1871 und 1889 Bäume und Sträucher aus aller Welt in seinem Wald pflanzen ließ. Schon seine Skizzen sahen vor, die fremden Arten nicht nur als Einzelbäume, sondern in ganzen Beständen zu zeigen. Aus dieser Gründerzeit stammen die ältesten Bestände, etwa die Mammutbäume und die Riesenlebensbäume.
Nach dem Tod von Berckheims ruhten die Pflanzungen rund 40 Jahre lang. Zwischen 1929 und 1960 folgte eine zweite Anbauwelle mit Baumarten, die in ihren Herkunftsländern zur Holzproduktion genutzt werden. 1955 verkaufte die Familie den Wald an das Land Baden-Württemberg, heute gehört der Exotenwald zum Forstbezirk Odenwald von ForstBW. Neue Waldwege machten ihn ab den 1960er Jahren zum Erholungswald, und seit 1986 werden Bäume nach ihren Herkunftsregionen zusammenhängend gepflanzt.
Der Exotenwald wird bis heute forstlich bewirtschaftet. Abgestorbene Bäume müssen zuweilen aus Gründen der Verkehrssicherheit entfernt werden, achte deshalb auf Absperrungen und Hinweise vor Ort.
Der Schwarzkiefern-Rundweg ist mit 2,4 Kilometern die kürzeste Runde. Der Exotenwald-Rundweg misst 3,1 Kilometer, der Große Rundweg 4,4 Kilometer. Einstiege mit Infotafel gibt es am Schlosspark und am Ausgangspunkt Bodelschwinghstraße, eine Übersichtskarte hängt an den Eingängen und steht auch zum Download bereit.
Für Kinder gibt es zwei digitale Schnitzeljagden mit der App Actionbound. „Wald der Sinne“ und „Wald des Wandels“ führen mit Rätseln und Aufgaben durch den Wald.
Von März bis November bietet die Tourist Information Weinheim einmal im Monat eine öffentliche Führung an. Sie dauert rund zwei Stunden, kostet 9 Euro pro Person und beginnt um 15 Uhr am Brunnen im kleinen Schlosshof. Teilnehmen kannst du nur mit Voranmeldung. Die übrigen Termine 2026 sind der 27. September, der 18. Oktober und der 22. November. Gruppen können die Führung auch zu einem eigenen Termin buchen.
Mit dem Auto fährst du am besten zum städtischen Parkplatz Schlosspark. Er hat 37 Stellplätze und ist rund um die Uhr geöffnet, die erste Stunde ist kostenfrei. Ein weiterer Parkplatz liegt am Ausgangspunkt Bodelschwinghstraße südlich des Schlossparks. Sind beide belegt, führt das Parkleitsystem zu den übrigen Innenstadtparkplätzen, auf denen meist ebenfalls die erste Stunde nichts kostet.
Mit der Bahn erreichst du den Weinheimer Hauptbahnhof, aus Mannheim und Heidelberg auch mit der Stadtbahnlinie 5 der RNV. Vom Bahnhof sind es etwa zehn Minuten zu Fuß in die Innenstadt, außerdem fahren Busse zum Dürreplatz und zum Hermannshof. Der Exotenwald bildet den grünen Gürtel der Altstadt, über den Schlosspark gehst du aus der Innenstadt direkt hinein.
Zusammen mit dem Schlosspark und dem Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof gehört der Exotenwald zu Weinheims „Grünen Meilen“. Im Schlosspark findest du einen Heilkräutergarten, eine Vogelvoliere und den Schlossparkweiher, der Hermannshof zeigt in seinem Staudengarten über 2.500 Sorten. Mit mehr Zeit geht es danach hinauf zu den beiden Burgen der Zweiburgenstadt, der Burgruine Windeck und der Wachenburg.
Stand:
Nein. Der Exotenwald ist ganzjährig rund um die Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Kosten fallen nur für Führungen an.
Am nächsten liegt der Parkplatz Schlosspark mit 37 Stellplätzen, dort ist die erste Stunde kostenfrei. Ein weiterer Parkplatz befindet sich am Ausgangspunkt Bodelschwinghstraße südlich des Schlossparks.
Es gibt drei beschilderte Rundwege: den Schwarzkiefern-Rundweg mit 2,4 Kilometern, den Exotenwald-Rundweg mit 3,1 Kilometern und den Großen Rundweg mit 4,4 Kilometern. Eine Übersichtskarte hängt an den Eingängen.
Ja. Von März bis November findet einmal im Monat eine öffentliche Führung statt, 2026 noch am 27. September, 18. Oktober und 22. November um 15 Uhr. Sie dauert etwa zwei Stunden, kostet 9 Euro und ist nur mit Voranmeldung bei der Tourist Information möglich.
Fahre zum Weinheimer Hauptbahnhof, aus Mannheim und Heidelberg auch mit der RNV-Linie 5. Von dort sind es etwa zehn Minuten zu Fuß in die Innenstadt, über den Schlosspark erreichst du dann den Exotenwald.
Kategorie
Natur
Exotenwald am Schlosspark, 69469 Weinheim
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