Das Himbächel-Viadukt trägt die Odenwaldbahn zwischen Erbach und Hetzbach in rund 40 Metern Höhe über das Himbächeltal. Zehn Bögen aus Sandstein mit je 20 Metern Spannweite bilden die 250 Meter lange Brücke, über die seit 1882 Züge fahren. Das Viadukt ist frei zugänglich, vom Parkplatz Am Viadukt führt ein Weg geradeaus zum Bauwerk, und nachts ist es beleuchtet.
Die zehn Halbkreisgewölbe sind am Scheitel einen Meter stark, das ganze Bauwerk besteht aus Sandsteinmauerwerk. Das Material kam aus den zahlreichen Steinbrüchen der nahen Umgebung, lange Transporte fielen weg. Die Pfeiler sind außen mit Quadern verblendet, ihr Kern besteht aus grobem Bruchsteinmauerwerk. Die meisten Fundamente ließen sich einfach in Beton setzen, weil Fels oder grober Kies nah unter der Oberfläche lag. Nur ein Pfeiler brauchte wegen des tonigen Untergrunds ein elf Meter tiefes Fundament.
Gebaut wurde das Viadukt von Mai 1880 bis November 1881 nach Plänen des Geheimen Baurats Justus Kramer. Für die hölzernen Lehrgerüste der weit gespannten Bögen mussten mehrere Waldparzellen mit zusammen 10 bis 12 hessischen Morgen abgeholzt werden. 1882 ging die Strecke in Betrieb. Bis heute ist die Brücke nahezu unverändert und trägt den modernen Bahnverkehr.
Das Viadukt und der rund 3,1 Kilometer lange Krähberg-Tunnel gelten als die bedeutendsten Bauwerke der Odenwaldbahn. Sie waren nötig, weil die Bahn nicht in der Talsohle, sondern an den Hängen verläuft: Täler mussten überbrückt, Bergzüge durchtunnelt werden. Am 10. September 2010 wurde das Himbächel-Viadukt als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland ausgezeichnet.
Gut zu sehen ist das Viadukt von der benachbarten B 45. Aus der Nähe erlebst du die Bögen vom Weg ab dem Parkplatz Am Viadukt. Nach Einbruch der Dunkelheit wird die Brücke beleuchtet und ist dann ein beliebtes Fotomotiv. Für Aufnahmen mit Zug lohnt ein Blick in den Fahrplan der Odenwaldbahn.
Das Viadukt gehört zu einer aktiven Bahnstrecke. Gleise und Brücke sind tabu, betrachte das Bauwerk von den Wegen im Tal aus.
Auf derselben Strecke steht weiter südlich bei Kailbach das Haintalviadukt. Die fast ebenso imposante Brücke ist 173 Meter lang, hat neun Buntsandsteinbögen und ist bis zu 32,5 Meter hoch. Wer sich für die Bauwerke der Odenwaldbahn interessiert, kann beide Viadukte an einem Tag besuchen.
Mit dem Auto fährst du über die B 45 zwischen Erbach und Hetzbach. Am Parkplatz Am Viadukt beginnt der kurze Weg zum Bauwerk.
Ohne Auto nimmst du die Odenwaldbahn bis Hetzbach. Von dort fährt die Buslinie 50 eine Station weiter bis zur Haltestelle Hetzbach Viadukt an der B 45. Die Linie verbindet Michelstadt, Erbach, Beerfelden und Eberbach, der Besuch lässt sich also gut mit einem Abstecher zum Beerfelder Galgen verbinden. In der Nähe liegt außerdem der Marbach-Stausee.
Stand:
Bei Hetzbach in der Stadt Oberzent, auf der Odenwaldbahn zwischen Erbach und Hetzbach. Die Brücke steht neben der B 45 und ist von dort gut zu sehen.
Das Viadukt ist 250 Meter lang und rund 40 Meter hoch. Zehn Sandsteinbögen mit je 20 Metern Spannweite überspannen das Himbächeltal.
Am Parkplatz Am Viadukt. Von dort führt ein Weg geradeaus zum Bauwerk.
Ja, nach Einbruch der Dunkelheit wird das Viadukt beleuchtet und ist dann ein beliebtes Fotomotiv.
Beide sind Sandsteinbrücken der Odenwaldbahn in Oberzent. Das Himbächel-Viadukt bei Hetzbach ist 250 Meter lang und hat zehn Bögen, das Haintalviadukt weiter südlich bei Kailbach ist 173 Meter lang und hat neun Bögen.
Mit der Odenwaldbahn bis Hetzbach und von dort mit der Buslinie 50 eine Station bis zur Haltestelle Hetzbach Viadukt an der B 45.
Kategorie
Kultur
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