Der Staatspark Fürstenlager liegt in einem Seitental am Rand des Odenwalds in Bensheim-Auerbach. Im späten 18. Jahrhundert war er die ländliche Sommerresidenz des Hauses Hessen-Darmstadt: kein Schloss, sondern ein kleines Dorf aus Herrenhaus, Prinzen- und Damenbau rund um einen Brunnen, eingebettet in einen der frühesten englischen Landschaftsgärten in Deutschland. Der 46 Hektar große Park ist täglich frei zugänglich. Seine Wege führen über Wiesen und Hänge zu Eremitage, Tempel und Teehaus, mit Blicken bis in die Rheinebene.
Am Anfang stand eine Quelle. 1739 wurde sie gefasst, verschlämmte aber schnell wieder. Später sollte hier ein landgräfliches Kurbad entstehen, doch der Mineralgehalt des „Guten Brunnens“ war zu gering, es blieb bei Trinkkuren. 1783 kamen Erbprinz Ludwig von Hessen-Darmstadt und seine Frau Luise zum ersten Mal zur Kur. Die Anlage gefiel ihnen, und sie kamen immer wieder zur Erholung.
Als Ludwig regierender Landgraf geworden war, ließen sie bis 1795 die Gebäude im „Dörfchen“ erweitern und weitere „Lusthäuser“ bauen. Der kleine Komplex war echte Wohnstatt für das Fürstenpaar und etwas Hofpersonal, eine Sommerresidenz ohne Prunk. Um den Gesundbrunnen gruppieren sich bis heute Herrenhaus, Weißzeughäuschen, Prinzenbau, Damenbau, Küchenbau und Wachthäuschen, die Gebäude sind fast unverändert erhalten. Ein Sommersitz dieser Art war in Deutschland einzigartig.
Angelegt wurde der Park zwischen 1766 und 1807 nach Plänen von Hofgärtner Carl Ludwig Geiger. Er bezog die vorhandenen Äcker, Streuobstwiesen und Weinberge über Schlängelpfade in den Park ein, mit der eigenen Landwirtschaft wurde das Fürstenlager zu einer Zierfarm nach englischer Gartenmode. Hainartige Waldpartien, weite Wiesen mit Obstgehölzen und lange Alleen prägen das Roßbachtal bis heute. Exotische Bäume säumen die Wege, darunter einer der ältesten Mammutbäume Deutschlands.
Ganz im Osten steht die Eremitage aus der Zeit um 1787, ein mit Rindenholz verkleideter Rückzugsort in Form einer Kapelle mit Apsis und Glockenturm. Oberhalb der Herrenwiese liegt der Freundschaftstempel, eine 1998 eingeweihte Nachbildung, auf dem Nordkamm findest du Grotte und Luisendenkmal. Das Teehaus am Südhang mit seiner Fernsicht in die Rheinebene entstand 1787, ist nach historischen Plänen rekonstruiert und seit 2024 wieder zugänglich. Vom Park aus gibt es zahlreiche Sichtachsen zum nahen Schloss Auerbach.
Im Weißzeughäuschen findest du von März bis Oktober samstags, sonntags und an Feiertagen von 12 bis 18 Uhr den Museumsladen und Informationen zum Park. Die Schlösserverwaltung bietet Parkführungen von etwa anderthalb Stunden an, dazu Sonderführungen wie die Funzelführung im Laternenschein, botanische Führungen entlang der Herrenwiese sowie Familien- und Kinderführungen. Eine Einzelkarte kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro, die Familienführung 30 Euro und die Funzelführung 18 Euro (Stand Oktober 2026). Tickets gibt es online und, solange Plätze frei sind, im Museumsladen. Für einen Rundgang auf eigene Faust schlägt die kostenlose Kulturschätze-App verschiedene Routen vor.
Im Herrenhaus serviert das Fürstenlager Restaurant Odenwälder Klassiker sowie vegetarische und vegane Gerichte, montags und dienstags ist Ruhetag. Am Wochenende verkauft ein Kiosk Eis und Getränke, im Winter auch Glühwein. Picknicken ist im Park allerdings nicht erlaubt, ebenso wenig Lagern, Ballspiele, Grillen und Radfahren. Bleibe auf den Wegen, Hunde gehören an die kurze Leine und dürfen nicht in Teichen und Brunnen baden. Betreten kannst du den Park tagsüber, nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr, und bei Sturm oder Gewitter musst du ihn sofort verlassen.
Alle Parkbereiche erreichst du nur über ansteigende Kieswege mit etwa acht Prozent Steigung, im Park liegen bis zu 142 Meter Höhenunterschied. Bei Nässe wird das mit Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfe beschwerlich. Mit einem Elektrorollstuhl sind die Apfelallee bis zur Schäferseiche und der Höhenweg bis zum Teehaus in der Regel gut befahrbar. Vor dem Fremdenbau gibt es einen Behindertenparkplatz. Die öffentliche Führung „Dorf und Brunnen“ verläuft überwiegend leicht begehbar, der Zugang über die Lindenallee steigt aber stetig an. Ins Weißzeughäuschen führt eine Stufe.
Der Park selbst ist autofrei. Parkplätze gibt es am Ende der Bachgasse in Auerbach, die Parkplätze „Fürstenlager“ an der Bachgasse 81 und 99, und am Bergfriedhof Auerbach. Vom Parkplatz gehst du etwa 15 Minuten über die ansteigende Lindenallee bis zum Weißzeughäuschen. Am Parkplatz an der Bachgasse 81 gibt es eine öffentliche Toilette, geöffnet von 7 bis 20 Uhr. Am Naturpark-Parkplatz Fürstenlager in der Bachgasse beginnt außerdem ein Rundweg des Geo-Naturparks, 4,8 Kilometer in etwa zwei Stunden.
Mit der Bahn fährst du bis Bensheim-Auerbach, wo die Regionalbahn RB68 zwischen Heidelberg und Frankfurt hält. Vom Bahnhof gehst du etwa 30 Minuten zum Fürstenlager. Die nächste Bushaltestelle liegt in der Bachgasse, rund 350 Meter vom Fremdenbau entfernt, der Aufgang ist steil. Die Haltestelle Auerbach Fürstenlager bedient das Ruftaxi 6977 ab Bensheim Bahnhof, das du spätestens 30 Minuten vorher unter 0621 1077077 oder in der myVRN-App bestellst (Fahrplan 2025/2026).
Stand:
Ja, der Staatspark ist täglich frei zugänglich, allerdings nur tagsüber: Nach Einbruch der Dunkelheit soll er nicht mehr betreten werden, bei Sturm oder Gewitter musst du ihn verlassen. Für die öffentliche Parkführung zahlst du 12 Euro, ermäßigt 10 Euro.
Außerhalb des Parks, denn das Fürstenlager ist autofrei. Parkplätze liegen am Ende der Bachgasse in Bensheim-Auerbach, an der Bachgasse 81 und 99, und am Bergfriedhof Auerbach. Von dort gehst du etwa 15 Minuten über die ansteigende Lindenallee. Einen Behindertenparkplatz gibt es vor dem Fremdenbau.
Ja, an der kurzen Leine und auf den Wegen. Hunde dürfen nicht in Teichen oder Brunnen baden, Hundekot musst du beseitigen. In Innenräumen der Schlösserverwaltung sind nur Assistenzhunde erlaubt.
Ja, im Fürstenlager Restaurant im Herrenhaus, montags und dienstags ist dort Ruhetag. Am Wochenende verkauft außerdem ein Kiosk Eis und Getränke. Picknicken ist im Park nicht erlaubt. Die aktuellen Öffnungszeiten stehen auf der Website des Restaurants.
Nur eingeschränkt. Alle Parkbereiche liegen an ansteigenden Kieswegen mit etwa acht Prozent Steigung, im Park gibt es bis zu 142 Meter Höhenunterschied. Mit einem Elektrorollstuhl sind die Apfelallee bis zur Schäferseiche und der Höhenweg bis zum Teehaus in der Regel befahrbar. Die Führung „Dorf und Brunnen“ ist überwiegend leicht begehbar.
Öffentliche Parkführungen von etwa anderthalb Stunden auf wechselnden Routen, dazu Sonderführungen wie die Funzelführung im Laternenschein, botanische Führungen und Familienführungen. Treffpunkt ist das Weißzeughäuschen, Tickets gibt es online. Individuelle Führungen sind auf Anfrage möglich, auch auf Englisch.
Kategorie
Natur
Fürstenlager, 64625 Bensheim-Auerbach
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