Fachwerk rund um den Großen Markt, enge Gassen, der „Dom der Bergstraße“ über den Dächern und die Starkenburg auf dem Schlossberg: Heppenheims Altstadt ist kompakt und lässt sich gut zu Fuß entdecken. Abends kommt ein besonderes Erlebnis dazu, denn aus den Straßenlaternen leuchten Scherenschnitte mit hessischen Sagen.
Heppenheim liegt zwischen Odenwald und Ried an der Hessischen Bergstraße und ist Kreis-, Wein- und Festspielstadt. Für den Bummel durch die Altstadt zahlst du nichts, Eintritt kosten nur das Museum und die Führungen.
Der Marktplatz ist der Mittelpunkt der Altstadt. Die zwei- und dreigeschossigen Häuser ringsum erhielten ihr Fachwerk nach dem Stadtbrand von 1693, ihre Untergeschosse reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Das Rathaus wurde 1551 erbaut und bekam 1705/06 sein barockes Fachwerk. Nach einem Brand wurden die Obergeschosse 1958 wiederhergestellt, seitdem erklingt aus dem Turm mehrmals täglich ein Glockenspiel.
In der Mitte des Platzes steht der Marktbrunnen vom Ende des 17. Jahrhunderts mit einer Marienstatue aus Sandstein von 1755. Gegenüber dem Rathaus liegt die Liebig-Apotheke, in der Justus von Liebig 1817/18 zehn Monate seiner Lehrzeit verbrachte. Der Traditionsgasthof „Goldener Engel“ mit seinem Portal von 1782 war früher die Zunftherberge der Schneider. Im Haus Großer Markt 8 wurde Margarethe Berg geboren, die Großmutter von Fürstin Gracia Patricia von Monaco.
Die Schunkengasse ist von Häusern des 17. und 18. Jahrhunderts geprägt. In ihrer Mitte führt seit 1888 eine Treppe hinauf zur Kirche, und von hier hast du einen schönen Blick auf die Starkenburg. An der Einmündung zum Hinteren Graben stand früher ein Stadttor, Reste der Stadtmauer sind noch zu sehen.
Die Kirche St. Peter, im Volksmund „Dom der Bergstraße“, entstand 1900 bis 1904 im neugotischen Stil. Ihre Ursprünge gehen auf das Jahr 755 zurück, und der mittelalterliche Turm links vom Portal wurde in den Neubau integriert. Die barocke Kreuzigungsgruppe stammt aus dem Jahr 1705.
Der Kurmainzer Amtshof wurde im 14. Jahrhundert als Verwaltungssitz der Mainzer Erzbischöfe gebaut. Heute zeigt dort das Museum Heppenheim die Stadtgeschichte, und im ältesten Teil kannst du den Kurfürstensaal mit gotischen Engelsfresken und Wandmalereien der Renaissance besichtigen. Der Eintritt kostet 2 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei. Im Sommer ist der Hof Schauplatz der Festspiele Heppenheim.
Weitere Stationen sind die Kleine Bach, deren Haus Nr. 14 um 1430 erbaut wurde und als ältestes Fachwerkgebäude mit Schwebegiebel und Firstsäule besonderen bauhistorischen Wert hat, und die Marktstraße, die über das Wormser Tor zur Fußgängerzone führt. Dazu kommen das Faule Viertel mit dem Stelzenhaus aus dem 17. Jahrhundert, die Schloss-Schule, das Landratsamt in der ehemaligen Amtskellerei und das Martin-Buber-Haus, Wohnhaus des Religionsphilosophen, der hier von 1916 bis 1938 lebte.
Nach Einbruch der Dunkelheit leuchten mehr als 150 Scherenschnitte des Künstlers Albert Völkl aus den Straßenlaternen der Altstadt, alle mit Motiven aus hessischen Sagen. Die Laternen sind beschildert, du kannst den Weg also auf eigene Faust ablaufen. Er beginnt am Marktplatz und führt durch enge Gassen zu romantischen Ecken.
Öffentliche Laternenführungen starten in der Saison samstags um 22 Uhr am historischen Marktplatz, außer während des Bergsträßer Weinmarkts. Sie dauern etwa eine Stunde und kosten 6 Euro, Kinder zahlen 3 Euro, eine Anmeldung ist nicht nötig. Vom 26. bis 31. Dezember gibt es zusätzlich täglich Führungen um 19 Uhr. Den genauen Saisonstart im Frühjahr erfährst du bei der Tourist Information.
Für einen Rundgang ohne Gruppe gibt es eine Audioführung mit dem Schauspieler Walter Renneisen, der acht Sagen aus Heppenheim und Umgebung erzählt. Sie kostet 4,49 Euro und läuft über Guidemate auf dem eigenen Handy.
Von April bis Oktober startet jeden Samstag um 11 Uhr ein öffentlicher Stadtspaziergang am historischen Marktplatz. Er dauert etwa eine Stunde, kostet 3 Euro, für Kinder 1,50 Euro, und ist ohne Anmeldung möglich. Die Tourist Information im Stadthaus in der Friedrichstraße 21 liegt in der Fußgängerzone, nur wenige Schritte von der Altstadt entfernt. Sie ist montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet.
Rund um die Innenstadt gibt es mehrere gebührenpflichtige Tiefgaragen und Parkplätze. Die Tiefgarage Altstadt mit 70 Plätzen erreichst du über die B 460 beziehungsweise über das Achat Hotel. In die Tiefgarage Innenstadt in der Lehrstraße mit 117 Plätzen fährst du über die B 460 und die Zwerchgasse, dort kosten 24 Stunden höchstens 3 Euro.
Größere Flächen sind der Parkplatz Graben mit 114 Plätzen, Zufahrt über Gräffstraße, Werlestraße und Lehrstraße, und der Parkhof mit 200 Plätzen, Zufahrt über die B 3 und die Parkhofstraße. Auf dem Parkhof gibt es auch zwei Wohnmobilstellplätze ohne Ver- und Entsorgung. Gebührenfrei parkst du auf dem Parkplatz Stadion, Zufahrt über die L 3398 beziehungsweise die Stadionstraße.
Mit der Bahn kommst du zum Bahnhof Heppenheim (Bergstr). Von dort fahren die Stadtbuslinien 678 und 679 in die Innenstadt, tagsüber zusammen etwa im Halbstundentakt, abends und am Wochenende stündlich. Werktags verbindet außerdem die Regionalbuslinie 669 Bahnhof und Innenstadt im Halbstundentakt. Innerhalb Heppenheims gilt der VRN-Tarif in Preisstufe 0.
Über der Altstadt liegt die Starkenburg auf dem 295 Meter hohen Schlossberg. Das Kloster Lorsch ließ sie 1065 als Schutzburg errichten, sie gehört zu den ältesten Burgen des westlichen Odenwaldes. Zu Fuß führt der rund zwei Kilometer lange Planetenweg von der Tourist Information bis zur Starkenburg-Sternwarte unterhalb der Burg, mit 13 zweisprachigen Schildern und Blicken auf die Altstadt. Am Wanderparkplatz Schlossberg gibt es einen Waldspielplatz.
Auf der Burg ist der Südwestturm begehbar und bietet einen Rundblick, die Aussichtsplattform des Neuen Bergfrieds ist derzeit gesperrt. Die Burgschänke mit Aussichtsterrasse öffnet von April bis Oktober mittwochs bis sonntags, von November bis März nur am Wochenende und an Feiertagen.
Rund um die Stadt wächst Wein. Im Frühjahr blühen die Obstbäume, im Sommer lädt der Bergsträßer Weinmarkt in die Altstadt, und zur Lese im Herbst gibt es Federweißen und Zwiebelkuchen.
Stand:
Nah an der Altstadt liegen die Tiefgarage Altstadt (Zufahrt über B 460 bzw. Achat Hotel) und die Tiefgarage Innenstadt in der Lehrstraße, wo 24 Stunden höchstens 3 Euro kosten. Größere Flächen sind der Parkplatz Graben und der Parkhof; gebührenfrei ist der Parkplatz Stadion.
In der Saison samstags um 22 Uhr ab dem historischen Marktplatz, außer während des Bergsträßer Weinmarkts, und vom 26. bis 31. Dezember täglich um 19 Uhr. Die Führung dauert etwa eine Stunde, kostet 6 Euro, für Kinder 3 Euro, und ist ohne Anmeldung möglich.
Ja. Die Laternen mit den über 150 Sagen-Scherenschnitten sind beschildert und ab dem Marktplatz frei zugänglich. Wer die Geschichten hören möchte, nutzt die Audioführung mit acht Sagen für 4,49 Euro über Guidemate.
Zu Fuß führt der rund zwei Kilometer lange Planetenweg von der Tourist Information bis zur Starkenburg-Sternwarte unterhalb der Burg. Mit dem Auto ist der Wanderparkplatz Schlossberg ein guter Ausgangspunkt, dort gibt es auch einen Waldspielplatz.
Mit der Bahn fährst du bis Heppenheim (Bergstr). Vom Bahnhof bringen dich die Stadtbuslinien 678 und 679 sowie werktags die Regionalbuslinie 669 in die Innenstadt; innerhalb Heppenheims gilt VRN-Preisstufe 0.
Kategorie
Kultur
Großer Markt, 64646 Heppenheim
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