Fachwerkhäuser am Marktplatz, das Glockenspiel von St. Georg, Adelshöfe aus fünf Jahrhunderten und Reste der alten Stadtmauer: Bensheims Altstadt liegt am Westhang des Odenwalds und ist schnell zu Fuß erkundet. Wer alle Stationen sehen möchte, folgt dem ausgeschilderten historischen Rundgang.
Die Altstadt besteht aus zwei Teilen, die früher jeweils eine eigene Mauer hatten: der Kernstadt nördlich des Lauter- oder Winkelbachs und der Vorstadt südlich davon. Die Mittelbrücke markiert die Grenze. Das Landesamt für Denkmalpflege führt das Ensemble als Gesamtanlage und bewertet es als überregional bedeutend. Für den Bummel zahlst du nichts, Eintritt kostet nur das Museum.
Bensheim erhielt im Jahr 956 von Kaiser Otto I. das Marktrecht. Mitten auf dem Platz steht der Marktbrunnen, der 1895 seine heutige Gestalt bekam: oben der heilige Georg als Drachentöter, am Brunnenstock Kinderfiguren als Sinnbilder der Jahreszeiten. An der Südseite stehen drei einheitlich gestaltete Fachwerkhäuser von 1681/82. Den Übergang zur südlichen Hauptstraße prägt das ehemalige Gasthaus Zur Armbrust, an dessen Erker eine Tafel das Baudatum 1615 nennt.
Im März 1945 lagen fast 150 Wohn- und Geschäftshäuser, die Kirche und das Rathaus am Marktplatz in Trümmern. An der Ostseite steht deshalb heute ein moderner Bau anstelle des alten Rathauses. Am oberen Marktplatz liegt eine Freifläche, wo bis 2019 das Haus am Markt aus dem Jahr 1978 stand. Der Marktplatz ist auch Ort des Wochenmarkts, von April bis Oktober kommt samstags ab 10 Uhr das Bensheimer Marktfrühstück dazu.
Über dem Marktplatz steht die Stadtpfarrkirche St. Georg. Georg Moller plante den klassizistischen Neubau, der am 13. September 1830 geweiht wurde, Vorbild war San Paolo fuori le mura in Rom. Brandbomben zerstörten die Kirche am 26. März 1945 bis auf wenige Mauerreste. Beim Wiederaufbau kam 1952/53 ein Westwerk mit zwei Türmen hinzu, seitdem wirkt St. Georg außen neoromanisch und innen klassizistisch.
Aus dem linken Turm erklingt fünfmal täglich ein Glockenspiel mit 24 Glocken, es spielt Volkslieder, Kinderlieder und Choräle. Drinnen lohnt der Blick auf das Georgsbild des Nazareners Philipp Veit in der Nordkapelle und auf die Originalfiguren des heiligen Nepomuk und des heiligen Franz Xaver, die früher auf der Mittelbrücke standen.
Der Walderdorffer Hof in der Obergasse wurde um 1395 errichtet. Die Denkmalpflege nennt ihn wahrscheinlich das älteste Wohngebäude Bensheims und eines der bedeutendsten Häuser Südhessens. Heute sind dort Vereinsräume und ein Weinlokal untergebracht, in der Durchfahrt zeigt eine Vitrine einen spätgotischen Türsturz.
Der Wambolter Hof entstand wohl 1732/33, über seinem Portal sitzt das Allianzwappen Wambolt/Kesselstadt mit der Jahreszahl 1743. Der Hohenecker Hof wurde 1756 für den Mainzer Domdekan von Hoheneck als Fachwerkbau errichtet. In der Hauptstraße 39 steht die ehemalige Faktorei des Mainzer Domkapitels, ein barocker Massivbau von 1732, in dem heute das Bürgerbüro sitzt. Die ehemalige Fleischschranne in der Hauptstraße 48 zählt die Denkmalpflege zu den bedeutendsten spätgotischen Fachwerkhäusern Südhessens.
Von den Türmen der Stadtbefestigung sind drei erhalten: der Rote Turm, der Rinnentorturm und der Turm am Dalberger Hof. Der Rote Turm entstand wohl in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts an der Ostflanke der Mauer und hat seinen Namen von einem roten Anstrich aus dem Jahr 1514. Weil er ab 1800 als Gefängnis diente, heißt er auch Bürgerturm. Vom Rinnentor blieb nach dem Abbruch 1885 nur der Turm, unten quadratisch und oben achteckig. Der Turm des Dalberger Hofs in der Nordwestecke der früheren Mauer trägt eine geschweifte Schieferhaube, im Hof hat 2025 eine Bar eröffnet.
Zwischen Nibelungenstraße und Obergasse steht das einzige frei stehende Stück Stadtmauer, zur Obergasse hin ist eine steinerne Kanonenkugel eingemauert. Auf dem Platz zwischen Hauptstraße, Schuhgasse und Am Wambolterhof steht der Bürgerwehrbrunnen. Er wurde 1934 aus einem Sandsteinbecken und der klassizistischen Säule des alten Marktbrunnens von 1836 zusammengesetzt.
Die Mittelbrücke über die Lauter wurde nach einem Hochwasser 1732 im Jahr darauf neu gebaut, ihre Heiligenfiguren sind seit 1987 Kopien. Dahinter beginnt die Vorstadt mit der fast geschlossenen Fachwerkzeile zwischen Mittelbrücke und Gerbergasse und der Hospitalkirche St. Joseph, die wohl im 14. Jahrhundert als Heilig-Geist-Spitalkirche entstand.
Im ehemaligen Lorscher Klosterhof am Marktplatz 13 ist seit 1960 das Museum Bensheim untergebracht. Geöffnet ist donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr. Die Dauerausstellung kostet 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro, unter anderem für Kinder ab 6 Jahren. Mit dem Kombiticket für 3 Euro besuchst du auch das Museum in Heppenheim. Vom 13. November 2026 bis 17. Januar 2027 zeigt die Sonderausstellung Erd-Reich archäologische Funde aus Südhessen, darunter den bandkeramischen Brunnen von Heppenheim (Stand Oktober 2026).
Den historischen Rundgang mit 23 Stationen gehst du auf eigene Faust, vom Marktbrunnen bis zum Fraa-vun-Bensem-Brunnen. Den Flyer gibt es in der Tourist-Information, am Schaukasten an der Alten Faktorei und als PDF. Die Geschichte der Fraa vun Bensem, an die der Brunnen erinnert, ist eine Sage und historisch nicht belegt.
Öffentliche Altstadtführungen gibt es von März bis Oktober samstags um 11 Uhr für 4 Euro, Karten verkauft die Tourist-Information in der Hauptstraße 53. Im Advent bietet sie am 28. November und 5. Dezember 2026 weihnachtliche Führungen mit Heißgetränk an, Start ist um 17 Uhr an der Tourist-Information, die Teilnahme kostet 7 Euro. Gruppen buchen für pauschal 75 Euro bis 25 Personen und melden sich mindestens zehn Tage vorher an. Für Gäste, die nicht gut zu Fuß sind, gibt es eine virtuelle Stadtführung.
Das Bergsträßer Winzerfest wird seit 1929 gefeiert, ausgerichtet vom Verkehrsverein Bensheim. Dann steht das Winzerdorf auf dem Marktplatz, 2027 vom 4. bis 12. September. Das Bürgerfest wurde 1975 zur Einweihung der Fußgängerzone eingeführt und findet vor allem in der unteren Fußgängerzone statt, 2027 vom 10. bis 13. Juni. Der Weihnachtsmarkt zieht sich durch die Fußgängerzone und beginnt am 26. November 2026.
Mit der Bahn kommst du am Bahnhof Bensheim am Amershamplatz an. Der Bahnhof ist nicht mit Personal besetzt, Hilfe vermittelt die Mobilitätsservice-Zentrale der Bahn. Bis voraussichtlich 8. September 2027 ist die Bahnunterführung Gartenstraße wegen des Neubaus der Eisenbahnbrücke voll gesperrt, Busbahnhof und Tiefgarage am Bahnhof bleiben aus Richtung Rodensteinstraße erreichbar. Für die Fahrt mit dem Bus nennt das Museum die Haltestellen Bahnhof Bensheim und Ritterplatz, Verbindungen findest du in der Fahrplanauskunft des VRN.
Mit dem Auto parkst du zentral im Parkhaus Platanenallee mit 196 Plätzen und direkter Anbindung an die Innenstadt. Montags bis samstags kostet dort von 6 bis 22 Uhr jede angefangene Stunde 1,50 Euro, sonn- und feiertags ist das Parken frei. Ein- und Ausfahrt laufen über Kennzeichenerkennung, bezahlt wird bargeldlos. Weitere zentrale Parkhäuser sind Süd in der Heidelberger Straße und Guntrum in der Nibelungenstraße, wo nur Münzgeld angenommen wird. Auf den öffentlichen Parkflächen der Innenstadt gilt meist eine halbe Stunde mit Parkscheibe, in Teilen der Innenstadt Bewohnerparken.
Vom Ort führt ein Weinlehrpfad hinauf zum Kirchberghäuschen in den Weinbergen. Für einen längeren Tag passen der Staatspark Fürstenlager und Schloss Auerbach, wo es von Mai bis September öffentliche Führungen gibt. Das Kloster Lorsch als Weltkulturerbe liegt wenige Kilometer entfernt, und nach Süden schließt Heppenheim mit seiner Altstadt an.
Stand:
Den Marktplatz mit Marktbrunnen und Fachwerkhäusern, die Kirche St. Georg mit ihrem Glockenspiel, Adelshöfe wie den Walderdorffer Hof von um 1395, die Faktorei von 1732, drei erhaltene Stadttürme, ein Stück Stadtmauer mit eingemauerter Kanonenkugel und die Mittelbrücke über die Lauter. Der historische Rundgang verbindet 23 Stationen.
Das ist nicht belegt. Das Landesamt für Denkmalpflege datiert den Hof auf um 1395 und nennt ihn wahrscheinlich das älteste Wohngebäude Bensheims und eines der bedeutendsten Häuser Südhessens. Heute sind dort Vereinsräume und ein Weinlokal untergebracht.
Öffentliche Altstadtführungen gibt es von März bis Oktober samstags um 11 Uhr für 4 Euro, Karten verkauft die Tourist-Information in der Hauptstraße 53. Im Advent 2026 gibt es am 28. November und 5. Dezember weihnachtliche Führungen um 17 Uhr für 7 Euro. Gruppen buchen für pauschal 75 Euro bis 25 Personen (Stand Oktober 2026).
Zentral liegt das Parkhaus Platanenallee mit 196 Plätzen. Montags bis samstags kostet jede angefangene Stunde von 6 bis 22 Uhr 1,50 Euro, sonn- und feiertags parkst du dort kostenlos. Weitere Parkhäuser in der Innenstadt sind Süd in der Heidelberger Straße und Guntrum in der Nibelungenstraße, dort nur mit Münzgeld.
Donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt in die Dauerausstellung kostet 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Vom 13. November 2026 bis 17. Januar 2027 zeigt das Museum die Sonderausstellung Erd-Reich (Stand Oktober 2026).
Kategorie
Kultur
Marktplatz, 64625 Bensheim
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