Zwingenberg ist die älteste Stadt an der Hessischen Bergstraße: 1274 erhob König Rudolf von Habsburg den Ort zur Stadt. Die Altstadt am Fuß des 517 Meter hohen Melibokus ist klein und in Substanz und Struktur gut erhalten. Für den Bummel zahlst du nichts, auch das Heimatmuseum hat freien Eintritt. Plane für den Rundgang etwa so viel Zeit ein wie für eine Stadtführung, also rund 90 Minuten; mit Museum und Einkehr wird daraus ein halber Tag.
Nicht verwechseln: Gemeint ist Zwingenberg im Kreis Bergstraße in Südhessen, an der Bahnstrecke zwischen Darmstadt und Bensheim. Zwingenberg am Neckar mit Schloss, Wolfsschlucht und Schlossfestspielen ist ein eigener Ort im Neckartal in Baden-Württemberg.
Zwischen dem Odenwaldhang im Osten und Sumpf im Westen mussten alle Reisenden auf der Bergstraße durch Unter- und Obertor der Stadt, der Verkehr ließ sich hier überwachen und notfalls „in die Zwinge“ nehmen. Eine Urkunde von 1012 nennt den Ort „locum getwinc“, 1258 wird er bereits als Stadt der Grafen von Katzenelnbogen bezeichnet. 1479 fiel Zwingenberg an die Landgrafen von Hessen.
Schwer traf die Stadt das Jahr 1693: Truppen Ludwigs XIV. brannten den größten Teil der Häuser nieder, nur elf Häuser auf dem Berg und die Kirche blieben stehen. Beim Wiederaufbau blieb der alte Stadtkern mit engen Gassen, Treppen und Resten der Stadtmauer erhalten.
Ein guter Startpunkt ist der Löwenplatz an der B 3. Hier steht das um 1520 errichtete Schlösschen, heute das Rathaus; in seinem Innenhof gibt es eine öffentliche Toilette. Am Löwenplatz 6 sitzt die Touristinformation, zugleich Informationszentrum „Blüten, Stein & Wein“ des UNESCO-Geoparks. Sie ist von März bis Oktober sonn- und feiertags von 10 bis 15 Uhr geöffnet.
Gegenüber beginnt die Scheuergasse, eine etwa 300 Meter lange Fußgängerzone zwischen zwei Reihen ehemaliger Scheunen, deren Anfänge bis um 1500 zurückreichen. Sie dienten als Lager, heute sind darin Wohnungen, Geschäfte, Ferienwohnungen und ein Restaurant untergebracht. Am Kopf der Gasse steht eine Bronzefigur des Verlegers Max Teichmann mit seinem Schaf. Die Gasse ist gepflastert und laut Kreis Bergstraße auch mit Rollator gut begehbar.
In der Scheuergasse 11 zeigt das Heimatmuseum alte Werkstätten von Küfer, Schmied und Schuhmacher sowie den Alltag früherer Zwingenberger. Es öffnet von Anfang April bis Ende Oktober sonn- und feiertags von 14.30 bis 17.30 Uhr. Am Pfingstwochenende lohnt sich der Besuch besonders, dann findet in der Scheuergasse und entlang der Stadtmauer der Bauern- und Handwerkermarkt statt.
Durch die Ober- oder Untergasse kommst du zum Marktplatz. Er entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Neuer Marktplatz mit Bürgerhäusern, der Hofapotheke und dem Alten Rathaus. Das Alte Rathaus war von 1703 bis 1968 Sitz der Stadtverwaltung; im achtseitigen Dachreiter spielt seit 1989 ein Glockenspiel, täglich um 8.55, 11.55, 14.55 und 17.55 Uhr.
Über den Marktplatz gelangst du zu den Resten der Wasserburg, vermutlich das älteste Bauwerk Zwingenbergs. Das benachbarte Landgericht wurde 1561 bis 1563 errichtet und diente zunächst als Jagdschloss.
Von der Unterstadt geht es über Gassen und Treppen hinauf in die Oberstadt. Der untere Teil des Rundgangs ist gut begehbar, der zweite Teil steigt stark an und ist nach Einschätzung des Kreises Bergstraße für gehbehinderte Menschen nicht zu empfehlen.
Oben steht die weiße Bergkirche. 1258 erlaubte das Mainzer Domkapitel dem Grafen Dieter V. von Katzenelnbogen, hier eine Kirche mit Friedhof zu bauen; beim Stadtbrand 1693 blieb sie als eines der wenigen Gebäude stehen. Aus der Oberstadt blickst du auf die dicht gedrängten Fachwerkhäuser der Altstadt. Dort oben steht außerdem der Aulturm, ein erhaltener Turm der alten Stadtbefestigung.
Der Geschichtsverein Zwingenberg bietet öffentliche Altstadtführungen an, auch als Kostümführung mit Nachtwächter, Waschweib oder Bügelfrau. Treffpunkt ist vor dem Museum in der Scheuergasse, die Runde dauert etwa 90 Minuten. Öffentliche Führungen sind kostenlos, der Verein bittet um eine Spende und um Anmeldung per E-Mail. Gruppen bis 25 Personen buchen eine eigene Führung, auf Deutsch kostet sie pauschal 60 Euro, in einer Fremdsprache 80 Euro. Termine stehen im Kalender des Vereins.
Auf eigene Faust hilft die Touristguide-App der Stadt, die dich per GPS zu den wichtigsten Bauwerken wie Marktplatz und Bergkirche führt. In der Saison fährt der Verein außerdem mit dem Planwagen ab Löwenplatz durch Altstadt und Weinberge, mit kleiner Weinprobe.
Rund um die Altstadt wachsen Reben, Zwingenberg gehört zum Weinbaugebiet Hessische Bergstraße. Hinauf führt der naturkundliche Lehrpfad „Blüten, Stein und Wein“: von der ehemaligen Markthalle nahe dem Bahnhof durch die Altstadt, am alten Steinbruch vorbei und in Serpentinen durch die Reben bis zur Blockhütte auf dem Luciberg.
Am Stadtrand beginnt der Nibelungensteig, ein Fernwanderweg quer durch den Odenwald bis Freudenberg am Main. Den Einstieg markiert ein großes „N“ aus Stahl mit Siegfried und Kriemhild, vom Bahnhof führt ein Zubringerweg hinauf. Gleich zu Beginn geht es steil auf den Melibokus mit seinem 22 Meter hohen Aussichtsturm; Turm und Gaststätte sind laut Geo-Naturpark samstags, sonntags und an Feiertagen ab 11 Uhr geöffnet. Die ganze erste Etappe bis Lindenfels ist 27,6 Kilometer lang und schwierig; für einen Ausflug genügt der Aufstieg zum Gipfel und zurück.
Der Bahnhof Zwingenberg (Bergstraße) liegt an der Main-Neckar-Bahn, hier halten Regionalzüge unter anderem der Linien RE 60 und RB 68 zwischen Frankfurt, Darmstadt, Mannheim und Heidelberg. Vom Bahnhof gehst du über die Bahnhofstraße in wenigen Minuten zum Löwenplatz. Die Buslinie 670 verbindet Bensheim, Auerbach, Zwingenberg und Alsbach und hält unter anderem am Rathaus am Löwenplatz.
Mit dem Auto kommst du über die A 5, Anschlussstelle Zwingenberg, oder über die B 3, die direkt durch den Ort führt. Kostenlos parkst du auf dem Parkplatz an der Melibokushalle in der Melibokusstraße mit 60 Plätzen und gehst dann an der B 3 entlang zum Löwenplatz. Ebenfalls kostenfrei ist der Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof, Bahnhofstraße 27.
Stand:
Nein. Diese Seite beschreibt die Altstadt von Zwingenberg im Kreis Bergstraße in Südhessen, zwischen Darmstadt und Bensheim am Fuß des Melibokus. Zwingenberg am Neckar mit Schloss, Wolfsschlucht und Schlossfestspielen ist ein eigener Ort im Neckartal in Baden-Württemberg.
Die öffentlichen Führungen des Geschichtsvereins dauern etwa 90 Minuten, ähnlich viel Zeit brauchst du für einen Rundgang auf eigene Faust mit Scheuergasse, Marktplatz und Oberstadt. Mit Heimatmuseum, Einkehr oder einem Abstecher Richtung Melibokus plane einen halben Tag ein.
Kostenlos auf dem Parkplatz an der Melibokushalle in der Melibokusstraße mit 60 Plätzen; von dort gehst du an der B 3 entlang zum Löwenplatz. Alternativ parkst du kostenfrei und ohne Zeitbegrenzung auf dem Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof, Bahnhofstraße 27.
Der Bahnhof Zwingenberg (Bergstraße) liegt an der Main-Neckar-Bahn, dort halten unter anderem RE 60 und RB 68 aus Richtung Frankfurt, Darmstadt, Mannheim und Heidelberg. Vom Bahnhof sind es wenige Gehminuten über die Bahnhofstraße zum Löwenplatz. Die Buslinie 670 verbindet Bensheim, Auerbach, Zwingenberg und Alsbach.
Teilweise. Die gepflasterte Scheuergasse ist laut Kreis Bergstraße auch mit Rollator gut begehbar, ebenso der untere Teil der Altstadt. Der Weg in die Oberstadt zur Bergkirche steigt dagegen stark an und ist für gehbehinderte Menschen nicht zu empfehlen. Eine öffentliche Toilette gibt es im Innenhof des Rathauses am Löwenplatz.
Von Anfang April bis Ende Oktober an Sonn- und Feiertagen von 14.30 bis 17.30 Uhr, der Eintritt ist frei (Stand September 2026). Zusätzliche Termine, etwa für Gruppen, kannst du direkt mit dem Geschichtsverein Zwingenberg vereinbaren.
Ja. Am Stadtrand beginnt der Nibelungensteig, der gleich zu Beginn steil auf den 517 Meter hohen Melibokus führt; vom Bahnhof bringt dich ein Zubringerweg zum Einstieg mit dem großen Stahl-N. Der 22 Meter hohe Aussichtsturm ist laut Geo-Naturpark samstags, sonntags und an Feiertagen ab 11 Uhr geöffnet.
Kategorie
Kultur
Marktplatz, 64673 Zwingenberg
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