Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Kultur

Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Über dieses Ziel

Im Hessischen Landesmuseum Darmstadt liegen Urpferdchen aus der Grube Messel, ein Mastodon-Skelett, die sieben Räume des »Block Beuys« und eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von Jugendstilschmuck unter einem Dach. Das Universalmuseum am Friedensplatz verbindet Naturgeschichte mit Kunst und Kulturgeschichte. Es lohnt sich für Familien mit fossil- und tierbegeisterten Kindern, für Kunstinteressierte und als Regenziel in der Darmstädter Innenstadt. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen keinen Eintritt.

Die Fossilien aus der Grube Messel

Die Dauerausstellung zur Grube Messel liegt im ersten Obergeschoss des Messelbaus. Sie zeigt Fossilien aus dem Ölschiefer, der sich vor 47 bis 48 Millionen Jahren am Grund eines Maarsees ablagerte: Urpferdchen, einen Ur-Tapir, einen Ameisenbären und ein Scheinraubtier, dazu schillernde Insekten, Pflanzen mit Blüten, Frösche, Krokodile, Fledermäuse und Vögel. Viele Stücke sind so gut erhalten, dass Hautschatten, Haare oder Federn und mitunter sogar der Mageninhalt zu erkennen sind. Die planmäßigen Grabungen in der Grube begannen 1966, das Landesmuseum ist bis heute an Grabung und Forschung beteiligt. Mit der Grube hat der Name des Gebäudes übrigens nichts zu tun: Er erinnert an den Architekten Alfred Messel, der den 1906 eröffneten Museumsbau entwarf.

Mineralien, Mastodon und Dioramen

Im selben Geschoss liegen Mineralogie, Geologie und Paläontologie. Die Mineralogie präsentiert Mineralien aus aller Welt in einer leuchtenden Vitrine, die einem Mineralgang nachempfunden ist. Von den über 20.000 Mineralien und Edelsteinen der Sammlung stammen rund 7.500 aus dem Odenwald, ein regionaler Teil der Schau zeigt Funde aus Südhessen. Die Geologie erklärt die Gesteine des Odenwalds und zeigt ein Reliefmodell Südhessens, in der Meteoritenvitrine liegen Gesteine von Mond und Mars.

Im Eingangsbereich der Paläontologie steht Peale’s Mastodon, ein Skelett, das 1801 in Philadelphia als erstes montiertes Skelett der USA Aufsehen erregte. Daneben zeigt die Abteilung Wollhaarmammut, Riesenhirsch und den Crumstädter Waldelefanten. Die Zoologie stellt in einer Großvitrine mehr als 800 Präparate aus, dazu über 100 Skelette und ausgestorbene Arten wie Quagga, Beutelwolf und Steller’sche Seekuh. Eine Besonderheit sind die zehn Dioramen aus der Bauzeit des Museums, die weitgehend im Originalzustand erhalten sind.

Jugendstil, Beuys und Gemäldegalerie

Im Sockelgeschoss liegt eine der umfangreichsten Sammlungen internationaler Jugendstilkunst mit Gläsern, Möbeln und Schmuck von Emile Gallé, René Lalique, Louis C. Tiffany und der Darmstädter Künstlerkolonie. Zu sehen ist auch das Mobiliar, das Henry van de Velde 1899 für die Redaktion der Kunstzeitschrift »Revue Blanche« entwarf. Mit über 250 Stücken zählt die Schmucksammlung zu den besten ihrer Art weltweit.

Der »Block Beuys« ist der weltweit größte authentische Werkkomplex von Joseph Beuys: fast 300 Werke in sieben Räumen, die der Künstler 1970 selbst eingerichtet hat. Die Gemäldegalerie führt durch rund 700 Jahre Malerei, von Pieter Bruegels »Elster auf dem Galgen« über den größten Bestand an Gemälden Arnold Böcklins außerhalb der Schweiz bis zu Gerhard Richter. In der Fürstlichen Schatzkammer glänzen Pokale, Trinkspiele sowie Gold- und Silberarbeiten aus dem Besitz der Landgrafen und Großherzöge von Hessen-Darmstadt.

Sonderausstellungen bis Januar 2027

Bis 17. Januar 2027 läuft die Sonderausstellung »Drachen. Mythos und Wirklichkeit« mit über 170 Kunstwerken, Fossilien und Präparaten aus Europa und Ostasien, darunter der 1335 gefundene Klagenfurter Lindwurmschädel. Für Kinder gibt es einen eigenen Erzählstrang, eine Leseecke und eine Zeichenwand, am ersten Donnerstag im Monat außerdem eine Vorlesestunde für Kinder ab vier Jahren. Im normalen Museumseintritt enthalten ist bis 24. Januar 2027 die Ausstellung »Facettenreiche Insekten« mit Fotografien, Präparaten und acht interaktiven Stationen, unter anderem zur Griesheimer Düne.

Öffnungszeiten und Eintritt

Das Museum hat dienstags, donnerstags und freitags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs bis 20 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr. Montags, an Karfreitag, Heiligabend und Silvester bleibt es geschlossen. Für die Sammlung und die Sonderausstellung »Drachen« gelten unterschiedliche Preise:

TicketSammlungDrachen
Regulär8 €12 €
Ermäßigt5 €8 €
Gruppe pro Person6 €10 €
Bis 18 Jahrefreifrei

Mit Schwerbehindertenausweis zahlst du den ermäßigten Preis, eine Begleitperson ist frei. Mit der FamilienApp Hessen kommt die ganze Familie kostenlos in die Dauerausstellung, außerdem akzeptiert das Museum artCard und DarmstadtCard. Tickets gibt es online oder an der Museumskasse, Gruppen ab zehn Personen melden sich vorher an (Preise Stand Oktober 2026).

Garderobe, Taschen und Fotos

Taschen größer als DIN A4, Rucksäcke, Schirme, Wanderstöcke und Rückentragen für Kinder müssen in die Garderobe oder in ein Schließfach im Tieffoyer, ebenso nasse Regenkleidung. Für den Rundgang packst du deshalb am besten eine kleine Tasche ein. Essen und Getränke, auch Trinkflaschen, sind in den Ausstellungsräumen nicht erlaubt. Mitgebrachten Proviant darfst du im Tieffoyer und in den Innenhöfen essen. Fotografieren für private Zwecke ist ohne Blitz, Stativ und Selfiestick erlaubt. Hunde dürfen nicht hinein, ausgenommen Service- und Blindenführhunde.

Barrierefreiheit

Stufenlos kommst du über den Museumsshop an der Westseite neben dem Museumscafé ins Haus, dort kannst du auch Tickets kaufen. Aufzüge führen zu den Ausstellungsbereichen, barrierefreie Toiletten liegen im Untergeschoss. Nicht zugänglich sind die Laaxer Spange und die Zwischengeschosse der Gemäldegalerie, Medienstationen zeigen, was dort zu sehen ist. Im »Block Beuys« ist der Rundweg an Engstellen nur 50 Zentimeter breit, eine Medienstation führt durch alle sieben Räume. Barrierefreie Parkplätze gibt es in der Q-Park-Schlossgarage (Einfahrt Cityring, Bereich Karolinenplatz/Welcome Hotel) und in der Schleiermacherstraße. Blinde und sehbehinderte Gäste können Tastmodelle in der Ausstellung nutzen.

Museumscafé

Das Museumscafé »Dialog & Genuss« öffnet täglich außer montags schon um 9.30 Uhr. Auf der Karte stehen Frühstück, Mittagsgerichte, Stullen und hausgemachter Kuchen. Plätze gibt es auch im historischen Innenhof. Der Innenbereich ist über den Museumsshop barrierefrei erreichbar, der Außenbereich im Rodensteiner Hof nicht.

Anreise und Kombinieren

Die nächsten Haltestellen sind Schloss, Luisenplatz und Willy-Brandt-Platz. An der Haltestelle Schloss halten die Straßenbahnlinien 2, 3, 5, 7 und 9 sowie zahlreiche Busse, vom Hauptbahnhof bist du mit der Straßenbahn 2 in rund acht Minuten dort. Mit dem Auto parkst du direkt unter dem Friedensplatz in den Q-Park-Schlossgaragen. Reisebusse können zum Ein- und Aussteigen vor dem Haupteingang halten.

Ab der Haltestelle Schloss fährt der Bus FM in rund einer Viertelstunde zur Haltestelle Grube Messel Besucherzentrum Abzweig. Wer die Fossilien erst im Museum und dann an der Fundstelle sehen will, verbindet beides so an einem Tag. Mit dem Bus L kommst du ab derselben Haltestelle zum Zoo Vivarium.

Stand:

Häufige Fragen zu Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Welche Messel-Fossilien zeigt das Landesmuseum Darmstadt?

Die Dauerausstellung zur Grube Messel zeigt das Artenspektrum der Fundstelle: Urpferdchen, Ur-Tapir, Ameisenbär und Scheinraubtier, dazu Fledermäuse, Vögel, Krokodile, Frösche mit erhaltenem Laich, schillernde Insekten und Pflanzen mit Blüten und Früchten. Die Ausstellung erklärt auch, wie der Maarsee und der Ölschiefer entstanden sind.

Ist der Eintritt im Landesmuseum Darmstadt frei?

Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ja, auch in der Drachen-Ausstellung. Erwachsene zahlen für die Dauerausstellung 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Mit der FamilienApp Hessen ist die Dauerausstellung für die ganze Familie kostenlos, und Begleitpersonen von Menschen mit Schwerbehindertenausweis zahlen nichts.

Wann hat das Landesmuseum Darmstadt länger geöffnet?

Mittwochs, dann ist bis 20 Uhr offen. An den übrigen Öffnungstagen schließt das Museum um 18 Uhr. Montags bleibt es geschlossen, ebenso an Karfreitag, Heiligabend und Silvester.

Darf ich einen Rucksack mit ins Landesmuseum nehmen?

Nein. Rucksäcke und Taschen größer als DIN A4 musst du in der Garderobe oder einem Schließfach im Tieffoyer lassen. Das gilt auch für Schirme, Wanderstöcke, Rückentragen für Kinder und nasse Regenkleidung. Medizinisch begründete Gehhilfen sind erlaubt, Kinderwagen und Rollstühle ebenfalls.

Wie verbinde ich das Landesmuseum mit einem Besuch der Grube Messel?

Ab der Haltestelle Schloss fährt der Bus FM in rund einer Viertelstunde zur Haltestelle Grube Messel Besucherzentrum Abzweig. Achte auf die Wochentage: Das Landesmuseum ist montags geschlossen, die Grube Messel hat vom 16. November bis 14. März nur mittwochs bis sonntags geöffnet. In die Grube selbst kommst du nur mit einer Führung.

Wichtige Infos

Kategorie

Kultur

Öffnungszeiten
Di, Do, Fr 11–18 Uhr; Mi 11–20 Uhr; Sa, So und Feiertage 11–18 Uhr; Mo, Karfreitag, 24. und 31.12. geschlossen
Eintritt
Dauerausstellung 8 €, ermäßigt 5 €; Sonderausstellung »Drachen« 12 €, ermäßigt 8 €; bis 18 Jahre frei (Stand Oktober 2026)
Grube Messel im Museum
Dauerausstellung im 1. Obergeschoss des Messelbaus: Urpferdchen, Ur-Tapir, Ameisenbär, Insekten und Pflanzen aus dem Eozän
Weitere Schwerpunkte
Mineralogie mit rund 7.500 Odenwald-Stücken, Dioramen von 1906, Mastodon, Jugendstil, Block Beuys, Gemäldegalerie
Sonderausstellungen
»Drachen. Mythos und Wirklichkeit« bis 17.1.2027; »Facettenreiche Insekten« bis 24.1.2027 (im Museumseintritt enthalten)
Garderobe
Taschen über DIN A4, Rucksäcke, Schirme und Kindertragen in Garderobe oder Schließfach im Tieffoyer; keine Getränke in den Ausstellungsräumen
Barrierefreiheit
Stufenloser Eingang über den Museumsshop (Westseite); Aufzüge; barrierefreie WCs im Untergeschoss; Begleitperson frei
Bus und Bahn
Haltestellen Schloss, Luisenplatz, Willy-Brandt-Platz; ab Hauptbahnhof Straßenbahn 2 bis Schloss
Parken
Q-Park-Schlossgaragen direkt unter dem Friedensplatz, barrierefreie Plätze im Bereich Karolinenplatz/Welcome Hotel
Kontakt
Friedensplatz 1, 64283 Darmstadt; Telefon 06151 3601-200

Anfahrt

Friedensplatz 1, 64283 Darmstadt

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