Felsen und Wald im Odenwald, Teil des UNESCO Geo-Naturparks
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Geopark Odenwald: Was der UNESCO Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald ist und was du dort erlebst

Zuletzt aktualisiert: 2026-09-17

Zusammenfassung

„Geopark Odenwald“ meint den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, seit 2015 UNESCO Global Geopark. Er umfasst rund 3.800 Quadratkilometer zwischen Rhein, Main und Neckar in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern und erzählt über 500 Millionen Jahre Erdgeschichte: Granit an der Bergstraße, roter Buntsandstein im Osten, Vulkane wie der Katzenbuckel, das Felsenmeer und die Grube Messel. Die Landschaft kostet keinen Eintritt. Vier Eingangstore, über 500 Geotope, 43 Themenpfade und Ranger-Führungen für meist fünf Euro machen die Geologie zugänglich.

Geopark Odenwald in Zahlen

MerkmalDetails
Offizieller NameGeo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, international Bergstraße-Odenwald UNESCO Global Geopark
StatusNaturpark seit 1960, Nationaler Geopark seit 2002, UNESCO Global Geopark seit 2015, zuletzt 2024 für vier Jahre bestätigt
FlächeRund 3.800 Quadratkilometer, etwa 1,2 Millionen Einwohner
GebietHessen, Baden-Württemberg und Bayern; sieben Landkreise plus Darmstadt und Heidelberg; 102 Mitgliedskommunen
AngebotVier Eingangstore, rund 20 Infozentren, über 500 Geotope und Geopunkte, 43 Geopark-Pfade, über 30 Rangerinnen und Ranger
EintrittLandschaft und fast alle Geotope frei; Eintritt nur bei Grube Messel, Tropfsteinhöhle und Museen
GeschäftsstelleNibelungenstraße 41, 64653 Lorsch, Telefon 06251 707990

Wo der Geopark liegt

Der Geo-Naturpark reicht vom Hessischen Ried im Westen über Bergstraße und Odenwald bis zum Bauland im Osten und vom Main im Norden bis zum Neckar im Süden. Die Karte zeigt den Kernraum zwischen Darmstadt, Heidelberg, Miltenberg und Mosbach.

Die Karte wird von OpenStreetMap geladen. Dabei wird unter anderem deine IP-Adresse übertragen.

Ziele im Geopark

Eingangstore und Geotope, die sich für einen Besuch lohnen

Die vier Eingangstore

Die Tore sind Besucherzentren mit Ausstellung. Sie erklären die Erdgeschichte, bevor du sie draußen siehst. Öffnungszeiten und Preise nach Betreiberangaben, Stand September 2026.

Messel bei Darmstadt

Tor Nord: Welterbe Grube Messel

Besucherzentrum zur Welt vor 47 Millionen Jahren mit Urpferden und Krokodilen aus dem Maarsee; die Grube selbst nur mit Führung.

Öffnung
15. März bis 15. November täglich 10 bis 17 Uhr, im Winter Mittwoch bis Sonntag
Eintritt
Ausstellung 7 Euro, ermäßigt 5 Euro; Grubentour ab 10 Euro, Familien 24 Euro

Das einzige Naturwelterbe im Geopark.

Buchen-Eberstadt, Neckar-Odenwald-Kreis

Tor Ost: Eberstadter Tropfsteinhöhle

600 Meter lange Tropfsteinhöhle im Muschelkalk, konstant 11 Grad, nur mit Führung.

Öffnung
Mai bis August täglich 10 bis 16 Uhr, Frühjahr und Herbst Dienstag bis Sonntag, Winter nur am Wochenende 13 bis 16 Uhr
Eintritt
8 Euro, Kinder 5,50 Euro, Familien 22 Euro (ab 2026)

Der Geopark unter Tage, auch bei Regen ein Ziel.

Neckarsteinach, Vierburgenstadt

Tor Süd: Infozentrum Neckarsteinach

Geopark-Ausstellung, Burgenausstellung, Eichendorff-Museum, Café und Laden direkt am Neckar.

Öffnung
März bis November täglich 11 bis 18 Uhr, Dezember 12 bis 17 Uhr, Januar und Februar geschlossen

Guter Start für das Neckartal und den Neckarsteig.

Stockstadt am Rhein

Tor West: Umweltbildungszentrum Schatzinsel Kühkopf

Dauerausstellung „Mitten im Fluss“ zur Rheinaue, dem westlichen Rand des Geoparks.

Öffnung
April bis Oktober Dienstag bis Freitag 14 bis 18 Uhr, Wochenende 10 bis 18 Uhr; im Winter kürzer

Eintritt frei, gut mit einer Radtour durch die Aue zu verbinden.

Geotope zum Selbstentdecken

Frei zugänglich, ohne Führung. Die Auswahl deckt die drei geologischen Welten des Geoparks ab: Kristallin im Westen, Vulkane, Buntsandstein im Osten.

Lautertal-Reichenbach, Kreis Bergstraße

Felsenmeer Lautertal

Blockstrom aus 340 Millionen Jahre altem Quarzdiorit, über zwei Kilometer lang, mit römischen Werkstücken wie der Riesensäule. Felsenmeer-Informationszentrum am Fuß.

Das bekannteste Geotop des Odenwalds.

Waldbrunn, Neckar-Odenwald-Kreis

Katzenbuckel

Erloschener Vulkan vor rund 65 Millionen Jahren, mit 626 Metern höchster Berg des Odenwalds. Steinbruchsee, Aussichtsturm und der Geopark-Pfad „Weg der Kristalle“.

Geotop des Jahres 2013.

Mühltal, Vorderer Odenwald

Brohmfels bei Burg Frankenstein

Gabbro-Klippen aus der Zeit vor rund 360 Millionen Jahren, dazu die Magnetsteine am Langenberg.

Geotop des Jahres 2024, lässt sich mit dem Burgbesuch verbinden.

Neckargerach

Margarethenschlucht

Klinge im Buntsandstein mit acht Wasserfallstufen, seit 2007 Geopark-Pfad.

Die steilste Schlucht im Odenwald, feste Schuhe nötig.

Zwingenberg am Neckar

Wolfsschlucht Zwingenberg

Enge Schlucht im Mittleren Buntsandstein, rund 250 Millionen Jahre alte Schichten hinter dem Schloss.

Liegt zugleich im Geopark und im Naturpark Neckartal-Odenwald.

Lorsch, Vielbrunn, Würzberg

Kloster Lorsch und Odenwald-Limes

Zwei Welterbestätten im Geopark: die Königshalle in Lorsch und der Odenwald-Limes mit Kastellen und rekonstruiertem Wachturm.

Erdgeschichte und Menschheitsgeschichte am selben Ort.

Abtsteinach, Überwald

Steinbruch Mackenheim

Porphyr-Steinbruch mit Aussichtsplattform, Geopunkt-Ensemble 2025 erneuert.

Vulkangestein im Überwald, kaum besucht.

Walldürn, Bauland

Kalköfen Schmittshöhe

Restaurierte Kalköfen aus den Jahren 1900 bis 1935 im Unteren Muschelkalk.

Geotop des Jahres 2026, Auszeichnung am 20. September 2026.

Erdgeschichte im Geopark von West nach Ost

Die Landschaftsräume des Geoparks liegen nicht zufällig nebeneinander. Von der Rheinebene bis zum Bauland wird das Gestein jünger. Zeitangaben nach Geo-Naturpark und UNESCO, gerundet.

Wische in der Tabelle seitlich, um alle Spalten zu lesen.

Erdgeschichte im Geopark von West nach Ost
LandschaftGesteinEntstehungTypische Orte
Hessisches RiedSand, Kies, AuelehmLetzte 2 Millionen Jahre, Rhein und EiszeitenKühkopf, Lampertheim
BergstraßeBruchkante des OberrheingrabensGrabeneinbruch vor rund 50 Millionen JahrenHeppenheim, Bensheim, Weinheim
Kristalliner OdenwaldGranit, Gabbro, DioritRund 340 Millionen Jahre, Gebirgsbildung in 12 Kilometern TiefeFelsenmeer, Brohmfels, Melibokus
VulkaneBasalt, PhonolithKatzenbuckel vor 65 Millionen Jahren, Messel vor 47 Millionen JahrenKatzenbuckel, Grube Messel, Otzberg
Buntsandstein-OdenwaldRoter SandsteinRund 250 Millionen Jahre, Flüsse und SeenWolfsschlucht, Margarethenschlucht, Mümlingtal
BaulandMuschelkalkRund 245 Millionen Jahre, FlachmeerEberstadter Tropfsteinhöhle, Walldürn

Was „Geopark Odenwald“ genau bedeutet

Der Begriff ist die Kurzform für den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Das ist eine Organisation mit zwei Rollen: Seit 1960 ist das Gebiet Naturpark, seit 2015 trägt es zusätzlich den Titel UNESCO Global Geopark. Beide Titel gelten für dieselben rund 3.800 Quadratkilometer zwischen Rhein, Main und Neckar. Träger ist ein Verein mit Sitz in Lorsch, in dem 102 Kommunen aus Hessen, Baden-Württemberg und Bayern sowie die Städte Darmstadt und Heidelberg Mitglied sind. 2024 hat die UNESCO den Status für weitere vier Jahre bestätigt.

Ein Geopark ist kein Schutzgebiet mit Zäunen, sondern ein Gebiet, in dem Erdgeschichte sichtbar gemacht und vermittelt wird. Deshalb kostet der Geopark keinen Eintritt. Wer im Odenwald wandert, ist automatisch im Geopark; die Geopunkte mit ihren Tafeln, die Themenpfade und die Ranger-Führungen sind das Angebot obendrauf.

Was du im Geopark sehen kannst: über 500 Millionen Jahre

Die Reihenfolge der Landschaften erzählt die Geschichte. Im Westen liegt der Kristalline Odenwald: Granit, Gabbro und Diorit, entstanden vor rund 340 Millionen Jahren, als zwei Kontinente zusammenstießen und Gesteinsschmelzen in zwölf Kilometern Tiefe erstarrten. Dass dieses Tiefengestein heute an der Oberfläche liegt, verdankt es dem Oberrheingraben: Vor rund 50 Millionen Jahren brach die Erdkruste ein, die Ränder kippten, der vordere Odenwald wurde gehoben. Die Bergstraße ist diese Bruchkante.

Östlich davon liegt der Buntsandstein-Odenwald. Vor rund 250 Millionen Jahren lagerten Flüsse und Seen Sand und Ton ab, heute die roten Hochflächen um Erbach, Beerfelden und das Neckartal mit ihren Schluchten. Ganz im Osten folgt das Bauland mit Muschelkalk aus einem Flachmeer, in dem die Eberstadter Tropfsteinhöhle liegt. Dazwischen stecken Vulkane: der Katzenbuckel, vor 65 Millionen Jahren aktiv, und die Grube Messel, ein Maarsee, dessen Ölschiefer 47 Millionen Jahre alte Fossilien bewahrt hat. Wie das Felsenmeer aus Wollsackverwitterung und Bodenfließen in der letzten Kaltzeit entstand, erklärt die Seite zum Felsenmeer Lautertal.

Eingangstore, Infozentren und Geopark-Pfade

Vier Eingangstore erschließen den Geopark von allen Seiten: die Grube Messel im Norden, die Eberstadter Tropfsteinhöhle im Osten, das Infozentrum Neckarsteinach im Süden und die Schatzinsel Kühkopf im Westen. Dazu kommen rund 20 Infozentren, darunter das Felsenmeer-Informationszentrum in Lautertal, das Infozentrum auf Burg Lindenfels, das Überwald-Museum in Wald-Michelbach und die Tourist-Informationen in Erbach, Heppenheim, Lorsch, Mosbach, Reichelsheim und Amorbach.

Die 43 Geopark-Pfade sind Themenwege mit Tafeln, meist zwischen zwei und acht Kilometern: „Wein und Stein“ in Heppenheim, der Margarethenschluchtpfad, der „Weg der Kristalle“ am Katzenbuckel oder der Planetenweg. Neu 2026 ist der Waldfüßler-Pfad in Schaafheim. GPX-Tracks für die Pfade und für über 1.000 Rundwanderwege gibt es kostenlos im Wegenetz des Geo-Naturparks. Wie du Karten und GPX in der Praxis nutzt, steht im Guide Wandern im Odenwald.

Ranger-Touren: Wie du buchst und was es kostet

Über 30 freiberufliche Geopark-Rangerinnen und -Ranger mit naturwissenschaftlicher Ausbildung führen durch Geotope, Wälder und Bergwerke. Öffentliche Führungen kosten in der Regel fünf Euro pro Person; Beispiele im Herbst 2026 sind eine Pilzwanderung im Mossautal am 11. Oktober und die Ranger-Wanderungen mit der Stadt Michelstadt. Alle Termine stehen im Online-Kalender des Geo-Naturparks und im Magazin „Geo-Naturpark aktuell“, das zweimal im Jahr erscheint.

Gruppen, Schulklassen und Kindergeburtstage buchen über das Online-Formular oder per E-Mail an die Geschäftsstelle; die Preise für gebuchte Gruppentouren nennt der Verein auf Anfrage. Ergänzend gibt es rund 200 ehrenamtliche Geopark-vor-Ort-Begleiter, die in ihren Gemeinden lokale Führungen anbieten, etwa im Überwald.

Geopark oder Naturpark: Was ist der Unterschied?

Im Odenwald gibt es zwei Parks, die oft verwechselt werden. Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald ist Naturpark und UNESCO Global Geopark in einer Organisation. Der Naturpark Neckartal-Odenwald ist ein eigenständiger Naturpark in Baden-Württemberg mit 1.520 Quadratkilometern und eigenem Verein; er grenzt im Süden an und hat keinen UNESCO-Status. Teile Nordbadens, etwa die Wolfsschlucht bei Zwingenberg, liegen in beiden Parks. Seit 2016 geben beide gemeinsam Wanderkarten im Maßstab 1:20.000 heraus, 21 Blätter mit allen Geopunkten und Geopark-Pfaden.

Termine 2026: Tag des Geotops und Welterbe-Tag

Der bundesweite Tag des Geotops fällt auf den dritten Sonntag im September. 2026 zeichnet der Geo-Naturpark am 20. September um 14 Uhr die Kalköfen an der Schmittshöhe in Walldürn als Geotop des Jahres aus, mit Exkursion. Am 7. Juni 2026 fand der UNESCO-Welterbe- und Geopark-Tag in Lorsch statt. Weitere Termine im Herbst: der Internationale Waldkunstpfad in Darmstadt bis 4. Oktober, die Naturforscherwerkstatt auf dem Kühkopf am 1. November und der Tag des Bodens in der Geowerkstatt Messel am 5. Dezember.

Anreise und Planung

Die Odenwaldbahn verbindet Frankfurt, Hanau und Darmstadt mit Erbach, Michelstadt und Eberbach und bringt dich in die Mitte des Geoparks. Für die Bergstraße und das Felsenmeer eignen sich die Bahnhöfe Bensheim und Heppenheim, für das Neckartal die S-Bahn Rhein-Neckar. Die Geopark-Ziele liegen weit auseinander; plane pro Tag eine Region: Bergstraße mit Felsenmeer und Lorsch, das Neckartal mit Neckarsteinach und den Schluchten, den Osten mit Tropfsteinhöhle und Bauland oder den Norden mit Messel und Burg Frankenstein.

Als Basis für mehrere Tage helfen der Überblick über die Teilregionen und der Guide Urlaub im Odenwald. Wer die Region im Sattel erkunden will, findet Bahntrassen-Radwege im Guide Radfahren im Odenwald.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Geopark Odenwald?
Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, seit 2015 UNESCO Global Geopark und zugleich Naturpark. Er zeigt über 500 Millionen Jahre Erdgeschichte auf rund 3.800 Quadratkilometern zwischen Rhein, Main und Neckar und wird von einem Verein mit Sitz in Lorsch getragen.
Wo liegt der Geopark Bergstraße-Odenwald?
Zwischen Darmstadt im Norden, Heidelberg im Süden, dem Rhein im Westen und Miltenberg sowie dem Bauland im Osten, in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Sieben Landkreise und die Städte Darmstadt und Heidelberg gehören dazu.
Kostet der Geopark Eintritt?
Nein. Die Landschaft, die Geopark-Pfade und fast alle Geotope sind frei zugänglich. Eintritt kostet nur einzelne Einrichtungen: die Ausstellung der Grube Messel 7 Euro, die Grubentour ab 10 Euro, die Eberstadter Tropfsteinhöhle 8 Euro. Öffentliche Ranger-Führungen kosten meist 5 Euro.
Was kann man im Geopark Odenwald machen?
Wandern auf 43 Geopark-Pfaden, Geotope wie Felsenmeer, Katzenbuckel oder Margarethenschlucht besuchen, die vier Eingangstore mit Ausstellungen ansehen, an Ranger-Führungen teilnehmen oder in Besucherbergwerken wie der Grube Marie in Weinheim unter Tage gehen.
Ist der Geopark dasselbe wie der Naturpark Neckartal-Odenwald?
Nein. Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald ist Naturpark und UNESCO-Geopark in einer Organisation. Der Naturpark Neckartal-Odenwald ist ein eigener Naturpark in Baden-Württemberg ohne UNESCO-Status. Einige Gebiete im Neckartal gehören zu beiden.
Gibt es eine Geopark-App oder Karten zum Download?
Der Geo-Naturpark bietet auf seiner Website GPX-Tracks, Pfad-Flyer und Broschüren kostenlos zum Download an. Gedruckt gibt es 21 Wanderkarten im Maßstab 1:20.000 mit allen Geopunkten. Eine eigene App war im September 2026 nicht mehr in den App-Stores auffindbar.
Wann ist der Tag des Geotops 2026?
Am 20. September 2026. Der Geo-Naturpark zeichnet um 14 Uhr die Kalköfen an der Schmittshöhe in Walldürn als Geotop des Jahres aus und bietet eine Exkursion an.