Mitten in Lorsch steht die Königshalle, das am besten erhaltene karolingische Bauwerk nördlich der Alpen. Kloster Lorsch wurde 1991 als erstes Denkmal in Hessen UNESCO-Welterbe, gemeinsam mit den Resten des nahen Klosters Altenmünster. Das Klostergelände mit Königshalle, Kirchenrest und Kräutergarten ist ganzjährig frei zugänglich. Dazu kommen das Museumszentrum, das Schaudepot Zehntscheune und im Norden des Welterbe-Areals das Freilichtlabor Lauresham, ein nachgebauter Herrenhof aus dem frühen Mittelalter.
Die Tor- oder Königshalle ist das einzige Bauwerk des Klosters, das aus der Karolingerzeit erhalten ist. Auffällig ist ihr bunter Außenschmuck: Römische Mauertechnik verbindet sich mit dem wirkungsvollen Farbwechsel der Bausteine. Wann genau und wozu die Halle gebaut wurde, ist bis heute nicht sicher. Die Forschung geht derzeit von einem Bau zum Empfang des Herrschers aus, diskutiert wurden auch eine Gerichtsstätte, eine Bibliothek oder eine Art Schrein für die Reliquien des Klosters. Von außen kannst du die Halle frei besichtigen, ins Obergeschoss mit seinen teils sehr gut erhaltenen Wandmalereien kommst du nur mit der öffentlichen Führung.
Gegründet wurde das Kloster um 764 von der Familie des fränkischen Gaugrafen Cancor. Mit den Reliquien des heiligen Nazarius, die 765 aus Rom kamen, begann sein wirtschaftlicher Aufstieg. 772 wurde es Karl dem Großen übertragen, der es unter seinen Schutz stellte und ihm die Immunität gewährte. Lorsch wurde Königs- und später Reichskloster, bei der Weihe der Klosterkirche 774 war Karl mit Familie und Hofstaat anwesend.
Berühmt wurde die Abtei durch ihr Skriptorium und ihre Bibliothek, eine der größten des Mittelalters. Die erhaltenen Werke sind heute auf 73 Bibliotheken weltweit verteilt. Das bekannteste ist das Lorscher Arzneibuch vom Ende des 8. Jahrhunderts, die älteste erhaltene medizinisch-pharmazeutische Handschrift nach der Antike. Seit 2013 gehört es zum Weltdokumentenerbe der UNESCO, das Original liegt in der Staatsbibliothek Bamberg. Von der großen Klosteranlage sind drei Bauten geblieben: die Königshalle, ein Fragment der Basilika aus dem frühen 12. Jahrhundert und ein Abschnitt der Klostermauer.
Im Museumszentrum findest du die klostergeschichtliche Abteilung und das Lorscher Tabakmuseum mit Schwerpunkt auf der Zigarrenherstellung, im Obergeschoss läuft eine wechselnde Sonderausstellung. Die 80 Meter lange Zehntscheune entstand in den 1590er-Jahren aus Steinen älterer Klostergebäude. Als Schaudepot bewahrt sie Funde aus über 200 Jahren Grabungsgeschichte. Hinter der Scheune liegt der Kräutergarten zum Lorscher Arzneibuch, 2014 in Terrassen angelegt, mit gut 200 Arzneipflanzen, die alle auch im Arzneibuch vorkommen.
Lauresham ist ein begehbares Modell im Maßstab 1:1 auf 4,1 Hektar. Am Beispiel eines Herrenhofs des 8. und 9. Jahrhunderts erklärt es die frühmittelalterliche Grundherrschaft, mit Wohn-, Wirtschafts-, Stall- und Speicherbauten und einer Kapelle. Auf den Weiden leben Schweine, Rinder, Gänse, Hühner und Schafe. Zugleich werden hier Handwerks- und Landwirtschaftstechniken der Zeit erprobt. Eröffnet wurde das Freilichtlabor im September 2014, im Jahr des 1250. Gründungsjubiläums.
Die Saison läuft von März bis Ende Oktober, dann ist Lauresham dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 15 Uhr. Von November bis Februar kommst du nur mit einer vorab gebuchten Führung hinein (Stand Oktober 2026). Tickets gibt es im Besucherinformationszentrum, wo auch die Führungen beginnen. Hunde sind in Lauresham zum Schutz der Nutztiere nicht erlaubt.
| Bereich | Geöffnet | Eintritt |
|---|---|---|
| Klostergelände, Königshalle außen, Kräutergarten, Altenmünster | ganzjährig täglich bis zum Einbruch der Dunkelheit | frei |
| Museumszentrum | ganzjährig Di–So 10–17 Uhr | 3 €, ermäßigt 2 € |
| Königshalle mit Obergeschoss | nur mit öffentlicher Führung: März–Oktober Di–So 13 und 15 Uhr, November–Februar Sa und So | 7 €, ermäßigt 5 €, mit Museum |
| Schaudepot Zehntscheune | März–Oktober Sa, So und Feiertage 11–17 Uhr | 5 €, ermäßigt 3 € |
| Freilichtlabor Lauresham | März–Oktober Di–So und Feiertage 10–16 Uhr | 7 €, ermäßigt 5 € |
Kinder bis fünf Jahre haben freien Eintritt, ermäßigt zahlen unter anderem Kinder ab sechs Jahren, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende bis 25 Jahre. Wer am selben Tag ein reguläres Ticket kauft, etwa für die Führung durch die Königshalle, bekommt an den anderen Kassen den ermäßigten Preis. Gezahlt wird bar oder mit EC-Karte. An Heiligabend, an den Weihnachtsfeiertagen, an Silvester, an Neujahr und an Fastnachtsdienstag bleiben alle Einrichtungen geschlossen (Stand Oktober 2026).
Das Klostergelände ist eben bis leicht hügelig und über gepflasterte, rollstuhlgeeignete Wege erschlossen, auch zu Kräutergarten, Kirchenrest, Zehntscheune und Königshalle. Ins Innere der Königshalle führt allerdings nur eine Wendeltreppe. Im Museumszentrum erreichst du alle Stockwerke mit dem Aufzug. Lauresham liegt eben auf wassergebundenen Wegen und ist über eine Rampe am Besucherinformationszentrum erreichbar, die Gebäude haben hohe Türschwellen. Rollstühle kannst du an den Kassen kostenlos ausleihen, barrierefreie Toiletten gibt es im Museumszentrum und im Besucherinformationszentrum.
Museumszentrum und Besucherinformationszentrum liegen in einem verkehrsfreien Bereich und sind nur zu Fuß erreichbar, als Navigationsziel nennt das Welterbe die Nibelungenstraße 13. Parkplätze gibt es an der Kreuzung Nibelungenstraße und Klosterstraße, auf dem Karolingerplatz direkt vor der Klostermauer, am Parkplatz Nibelungenstraße bei der Holzhandlung Koch mit Behindertenparkplätzen und entlang der Odenwaldallee, dort auch für Reisebusse. Von den Parkplätzen sind es rund 300 Meter zum Klostergelände und 460 Meter zum Eingang von Lauresham. Wohnmobile finden an der Odenwaldallee, Ecke Heppenheimer Straße, 30 Stellplätze, 24 Stunden kosten 15 Euro.
Mit der Bahn kommst du mit der RB 63 zwischen Bensheim und Worms nach Lorsch. Vom Bahnhof führt eine Beschilderung zum Museumszentrum, zu Fuß sind es etwa zehn Minuten auf ebenem Weg über die Bahnhofstraße. Zum Besucherinformationszentrum von Lauresham gehst du rund 1,1 Kilometer entlang der Bahnlinie über die Karlstraße. Busse fahren aus Heppenheim, Bensheim und Bürstadt nach Lorsch. Zum Essen empfiehlt das Welterbe die Restaurants im Zentrum, viele mit Sommerterrassen und Blick auf die Königshalle.
Stand:
Das Klostergelände mit Königshalle, Kräutergarten und Kloster Altenmünster ist frei zugänglich. Das Museumszentrum kostet 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Die öffentliche Führung mit dem Obergeschoss der Königshalle kostet 7 Euro einschließlich Museum, Lauresham ebenfalls 7 Euro. Kinder bis fünf Jahre haben freien Eintritt.
Ja, aber nur mit der öffentlichen Führung. Sie findet von März bis Oktober dienstags bis sonntags um 13 und 15 Uhr statt, von November bis Februar samstags und sonntags, dauert 90 Minuten und startet ab zwei Personen. Im Obergeschoss siehst du teils sehr gut erhaltene Wandmalereien, hinauf führt eine Wendeltreppe.
In der Saison von März bis Oktober dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr, letzter Einlass um 15 Uhr. Von November bis Februar ist Lauresham nur mit vorab gebuchten Führungen von etwa 90 Minuten zugänglich (Stand Oktober 2026). Öffentliche Führungen gibt es in der Saison samstags, sonntags und an Feiertagen um 11 und 14 Uhr.
Auf dem Karolingerplatz direkt vor der Klostermauer, an der Kreuzung Nibelungenstraße und Klosterstraße, am Parkplatz Nibelungenstraße bei der Holzhandlung Koch oder entlang der Odenwaldallee. Von dort sind es rund 300 Meter zum Klostergelände. Gekennzeichnete Behindertenparkplätze gibt es am Parkplatz Nibelungenstraße.
Mit der Regionalbahn RB 63 zwischen Bensheim und Worms bis Lorsch. Vom Bahnhof führt eine Beschilderung in etwa zehn Minuten ebenerdig zum Museumszentrum und Klostergelände. Zum Eingang von Lauresham sind es entlang der Bahnlinie rund 1,1 Kilometer.
In Lauresham sind zum Schutz der Nutztiere keine Hunde erlaubt, in Innenräumen wie dem Museumszentrum ebenfalls nicht. Ausgenommen sind Assistenzhunde, die auf dem Klostergelände, im Museum und in Lauresham mitkommen dürfen. Bei Reservierungen kündigst du sie vorher an.
Weitgehend. Das Klostergelände ist über gepflasterte, rollstuhlgeeignete Wege erschlossen, im Museumszentrum fährt ein Aufzug in alle Stockwerke. Ins Obergeschoss der Königshalle führt nur eine Wendeltreppe, die Gebäude in Lauresham haben hohe Türschwellen. Rollstühle kannst du an den Kassen kostenlos ausleihen.
Kategorie
Kultur
Nibelungenstraße 35, 64653 Lorsch
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