Neckarsteinach liegt rund 15 Kilometer östlich von Heidelberg am Neckar und ist die südlichste Stadt Hessens. Bekannt ist der Ort als Vierburgenstadt: Vorderburg, Mittelburg, Hinterburg und Burg Schadeck, das berühmte Schwalbennest, reihen sich auf einem Bergrücken über der Neckarschleife aneinander. Vier mittelalterliche Burgen auf so engem Raum gibt es in Deutschland sonst nirgends.
Zwei der Burgen sind frei zugängliche Ruinen mit Aussichtsturm und Wehrgang, zwei sind bis heute bewohnt. Dazu kommen eine kleine Altstadt mit Stadtmauerresten, eine fünf Kilometer lange autofreie Neckarpromenade und der Neckarsteig, der mitten durch den Ort führt. Für einen Tagesausflug lassen sich Burgenrunde, Altstadt und eine Pause am Fluss gut verbinden.
Alle vier Burgen entstanden zwischen etwa 1100 und 1230 durch die Herren von Steinach, die sich nach dem Schwalbennest später Landschad von Steinach nannten. Nur die Hinterburg und das Schwalbennest gehören heute dem Land Hessen und sind jederzeit kostenlos zu besichtigen. Vorderburg und Mittelburg sind Privatbesitz und nur von außen zu sehen.
| Burg | Heute |
|---|---|
| Vorderburg | Privatbesitz und bewohnt, nur von außen zu sehen. Erhalten sind Bergfried und Steinhaus. Um 1200 lebte hier der Minnesänger Bligger von Steinach. |
| Mittelburg | Privatbesitz. Um 1200 erbaut und um 1835 neugotisch umgestaltet, heute unter anderem Hochzeitslocation. Eine Besichtigung ist nur mit Erlaubnis möglich. |
| Hinterburg | Frei zugängliche Ruine des Landes Hessen und die älteste der vier Burgen. Der Bergfried mit Aussichtsplattform kann bestiegen werden. |
| Burg Schadeck | Frei zugängliche Ruine, als Schwalbennest das Wahrzeichen der Stadt. Sie klebt am höchsten Punkt im Fels, die Schildmauer mit Wehrgang ist begehbar. |
Die Hinterburg ist die eindrucksvollste Anlage: Ihr Bergfried entstand um 1120, später kam ein dreifacher Mauerring dazu. Über eine Treppe im Turm erreichst du eine Plattform mit Blick über das Neckartal, auf den Ort und hinüber zur Bergfeste Dilsberg. Seit 1910 gehört die Ruine dem Land Hessen.
Das Schwalbennest, offiziell Burg Schadeck, wurde im 13. Jahrhundert direkt in die Felswand gebaut; der Bauherr ließ dafür ein Stück des Felsens herausbrechen. Statt eines Bergfrieds schützt eine zweiflügelige Schildmauer mit Wehrgang und Ecktürmchen die Anlage. Der Zugang führt durch einen in den Fels geschlagenen Graben. Von hier oben, rund 190 Meter hoch, hast du den weitesten Blick auf die Neckarschleife.
Beide Ruinen sind ganzjährig geöffnet, Eintritt wird nicht verlangt. Die Wege sind teils steil und felsig, festes Schuhwerk ist sinnvoll. Kinder sollten auf den Wehrgängen und am Turm an der Hand bleiben.
Die klassische Burgenrunde startet am Vierburgen-Parkplatz unterhalb der Hinterburg. Ein Waldweg führt in wenigen Minuten hinauf zur Hinterburg, weiter zum Schwalbennest und über den Bergrücken an Mittelburg und Vorderburg vorbei zurück in den Ort. Für die rund 3,5 Kilometer solltest du mit Turmbesteigung und Fotostopps eineinhalb bis zwei Stunden einplanen.
Wer geführt gehen möchte, kann über die Stadt eine Burgführung von etwa zwei Stunden oder eine Stadtführung von rund 75 Minuten buchen, auf Wunsch auch für Kinder oder auf Englisch. Preise richten sich nach Gruppengröße.
Der Neckarsteig macht Neckarsteinach zum Etappenort. Etappe 2 kommt aus Neckargemünd über die Bergfeste Dilsberg herüber, Etappe 3 führt über Hinterburg, Schwalbennest und den Goetheblick weiter nach Hirschhorn. Beide Etappen lassen sich dank S-Bahn gut als Tagestour laufen. Für Radfahrer verläuft der Neckartal-Radweg direkt am Ort vorbei.
Alle vier Burgen auf einmal siehst du am besten von der gegenüberliegenden Neckarseite, etwa von der Bergfeste Dilsberg oder von der Neckarpromenade aus. Oberhalb des Ortes liegt an der Straße nach Darsberg der Aussichtspunkt Kaisereiche mit Wanderparkplatz, von dem der Blick über den Ort auf alle vier Burgen fällt.
Das Vierburgeneck ist kein Aussichtspunkt, sondern ein Hotel mit Terrassencafé am Heiterswiesenweg an der Neckarpromenade. Von der Terrasse blickst du über den Fluss auf Neckarsteinach und die vier Burgen, dazu gibt es hausgemachten Kuchen. Für eine Pause nach der Burgenrunde ist das eine gute Adresse.
Der historische Rundgang der Stadt verbindet 21 Stationen in der kleinen Altstadt. Dazu gehören die spätgotische evangelische Kirche aus den Jahren 1481 bis 1483, die neubarocke katholische Kirche von 1907, das klassizistische Rathaus von 1835 und Fachwerkhäuser wie das Spitzsche Haus von 1755. Reste der Stadtmauer und Stadttore zeigen den alten Verlauf der Befestigung.
Am Neckar liegen der Nibelungengarten mit sechs Sandsteinköpfen, der Schifferbrunnen und die Schleuse, an der du den Schiffen zusehen kannst. Ausflugsschiffe verkehren in der Saison zwischen Heidelberg und Eberbach und legen in Neckarsteinach an. In Neckarhausen setzt außerdem eine historische Gierseilfähre auf die badische Seite über.
Am letzten Samstag im Juli werden beim Tag des Gastes alle vier Burgen beleuchtet, dazu gibt es ein Feuerwerk über dem Neckar. Ende November folgt der Weihnachtsmarkt unter den vier Burgen in der Altstadt.
Mit der Bahn erreichst du Neckarsteinach mit der S-Bahn RheinNeckar, Linien S1 und S2, ab Heidelberg halbstündlich in etwa 20 Minuten. Vom Bahnhof sind Altstadt und Burgenweg zu Fuß erreichbar. Mit dem Auto fährst du über die B 37 durch das Neckartal.
Für die Burgenrunde eignet sich der kostenlose Vierburgen-Parkplatz an der Neckargemünder Straße am Ortseingang aus Richtung Heidelberg; von dort sind es rund 300 Meter bis zur Hinterburg. Weitere Parkplätze gibt es am Bachweg und entlang des Neckars. Karten und Prospekte hält die Tourist-Info in der Hauptstraße 7 bereit.
Plane einen halben Tag ein, mit Altstadt und Pause am Neckar auch einen ganzen. Die Burgen sind vor allem im Frühjahr und Herbst schön, wenn die Hänge licht sind und der Blick frei ist. An sonnigen Wochenenden ist die Promenade gut besucht, die Ruinen bleiben meist ruhig. Wer Zeit hat, kombiniert Neckarsteinach mit der Bergfeste Dilsberg gegenüber oder mit Burg Hirschhorn ein paar Kilometer flussaufwärts.
Stand:
Zwei von vier: Die Hinterburg und die Burg Schadeck, das Schwalbennest, sind frei zugängliche Ruinen des Landes Hessen. Sie sind ganzjährig geöffnet, der Eintritt ist frei, der Bergfried der Hinterburg und die Schildmauer des Schwalbennests können bestiegen werden. Vorderburg und Mittelburg sind Privatbesitz und nur von außen zu sehen.
Die Vorderburg und die Mittelburg sind bis heute in Privatbesitz und werden genutzt. Die Mittelburg wurde um 1835 neugotisch umgebaut und dient heute auch als Hochzeitslocation. Eine Innenbesichtigung ist nur mit Erlaubnis der Eigentümer möglich.
Nein, die Mittelburg ist Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich. Der Burgenweg führt aber direkt an ihren Mauern vorbei, sodass du die Anlage von außen gut sehen kannst. Frei zugänglich sind stattdessen die Hinterburg und das Schwalbennest.
Am besten auf dem kostenlosen Vierburgen-Parkplatz an der Neckargemünder Straße am Ortseingang aus Richtung Heidelberg. Von dort führt ein Waldweg in rund 300 Metern hinauf zur Hinterburg. Weitere Parkplätze gibt es am Bachweg und entlang des Neckars.
Die Runde über alle vier Burgen ist etwa 3,5 Kilometer lang. Mit Besteigung des Bergfrieds der Hinterburg, dem Abstecher auf die Schildmauer des Schwalbennests und Fotopausen solltest du eineinhalb bis zwei Stunden einplanen. Die Wege sind teils steil, festes Schuhwerk hilft.
Das Vierburgeneck ist ein Hotel mit Terrassencafé am Heiterswiesenweg an der Neckarpromenade. Von der Terrasse blickst du über den Neckar auf die Stadt und alle vier Burgen. Es ist also kein Aussichtspunkt im Wald, sondern eine Einkehr mit Burgenblick.
Der historische Rundgang der Stadt verbindet 21 Stationen: die spätgotische evangelische Kirche von 1481 bis 1483, die katholische Kirche von 1907, das Rathaus von 1835, Fachwerkhäuser, Reste der Stadtmauer und Stadttore sowie den Nibelungengarten und den Schifferbrunnen am Neckar. Eine Stadtführung dauert rund 75 Minuten.
Die Vierburgenbeleuchtung ist der Höhepunkt des Tags des Gastes am letzten Samstag im Juli. Alle vier Burgen werden angestrahlt, dazu gibt es ein Feuerwerk über dem Neckar. Der beste Blick bietet sich von der Neckarpromenade und von der gegenüberliegenden Flussseite.
Kategorie
Wandern
Neckargemünder Straße (Vierburgen-Parkplatz), 69239 Neckarsteinach
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