Eine Schwanenburg, der Binger Mäuseturm, Mühlen, Fachwerkhäuser und die Lok Emma von Jim Knopf, alles im Maßstab 1:20 und mitten im Wald: Der Obrunnschlucht-Märchenpfad bei Höchst im Odenwald ist ein Wanderweg, auf dem vor allem Kinder ständig etwas zu entdecken haben. Er folgt dem Obrunnbach durch eine rund drei Kilometer lange, bewaldete Schlucht, deren Grund an den schmalsten Stellen nur wenige Meter breit ist.
Für die Planung wichtig: Der Märchenpfad ist ein naturnaher Wanderpfad und kein ebener Spazierweg. Auf seiner Länge überwindet er etwa 150 Höhenmeter und quert den Bach auf 14 Brücken. Die Begehung ist ganzjährig kostenfrei.
Entlang des Weges stehen Modelle regionaltypischer Bauten wie das Kloster Höchst und die Bergkirche Mümling-Grumbach. Dazu kommen Fantasiebauten und Szenen aus Märchen und Sagen, etwa das Dornröschenschloss, der Wilde Reiter und Rübezahl, die Erlenmühle, die Dusenbacher Fischerhütte und eine Windmühle. Eine Holzbildhauerklasse hat aus Baumstämmen Schlangen und ein Krokodil geschnitzt. Waldhütten und Sitzgruppen laden unterwegs zur Rast ein.
Begehbar gemacht hat die Schlucht einst der 1882 gegründete Odenwaldklub. Die ersten Modelle entstanden Mitte des 20. Jahrhunderts aus einer privaten Initiative, verfielen später aber fast vollständig. Seit 2005 baut die Interessengemeinschaft Obrunnschlucht die Bauten ehrenamtlich wieder auf, pflegt sie und ergänzt immer wieder neue Figuren.
Der Märchenpfad beginnt am Ende der Straße Obrunnweg in Höchst und führt nach Südosten bis zum Waldparkplatz an der L 3106 Richtung Rimhorn. Von Höchst aus steigt der Weg also an, vom Waldparkplatz aus geht es zuerst bergab. Weil der Pfad keine Runde ist, gehst du entweder denselben Weg zurück, dann sind es insgesamt rund sechs Kilometer, oder du verbindest ihn mit einem der Wanderwege, die durch die Schlucht führen.
Wegen der naturnahen Gestaltung und der 14 Brücken ist der Pfad nicht barrierefrei, festes Schuhwerk wird empfohlen. Mit Kinderwagen oder Rollstuhl ist der Märchenpfad deshalb nicht geeignet, kleine Kinder nimmst du besser in der Trage mit.
An Wochenenden und Feiertagen kommen bis zu 300 Besucher am Tag in die Schlucht. Wenn du es ruhiger magst, plane den Ausflug unter der Woche.
Mit dem Auto steuerst du am besten den Waldparkplatz an der L 3106 zwischen Höchst und Rimhorn an, er liegt am oberen Ende der Schlucht. Für das untere Ende am Ortsrand von Höchst kannst du Obrunnweg 36 als Navigationsziel nutzen. Parke dort nur auf öffentlichen Flächen und halte Zufahrten frei.
Mit der Bahn erreichst du Höchst über die Odenwaldbahn. Vom Bahnhof Höchst führt der mit H1 markierte Qualitätswanderweg durch den Ort zur Schlucht: über Bismarck- und Pestalozzistraße, über die Mümling und den Nickelsweg zum Kreisel, dort links in die Rimhorner Straße und am Ortsausgang rechts in den Obrunnweg.
Die Obrunnschlucht ist Teil des Qualitätswanderwegs H1 „Durch Schluchten ins Römerland“. Die anspruchsvolle Rundtour ab dem Bahnhof Höchst ist 18,6 Kilometer lang, hat 366 Höhenmeter im Anstieg und ist mit etwa fünf Stunden Gehzeit angegeben. Nach der Schlucht führt sie über Mümling-Grumbach mit seiner Bergkirche zur rekonstruierten römischen Villa Haselburg und über Annelsbach zurück nach Höchst.
Die Schlucht ist ganzjährig begehbar und zeigt zu jeder Jahreszeit ein anderes Gesicht. Besonders im Winter lohnt sich der Weg: Bei Frost verwandeln sich die Überläufe der Teiche in Eisskulpturen.
Führungen durch die Obrunnschlucht bietet die Interessengemeinschaft auf Anfrage an. Die Ansprechpartner findest du auf der Seite der Gemeinde Höchst.
In Höchst selbst steht das ehemalige Nonnenkloster, heute eine Bildungsstätte der Evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau. Von Höchst führt außerdem der Nonnenweg zur Burg Breuberg. Beim Ortsteil Hummetroth liegt die Römische Villa Haselburg, ein rekonstruierter römischer Gutshof aus dem 2. Jahrhundert. Im Sommer hat Höchst ein beheiztes Freibad mit einer 60 Meter langen Wasserrutsche.
Stand:
Der Pfad ist rund drei Kilometer lang und überwindet etwa 150 Höhenmeter. Er führt vom Ende des Obrunnwegs in Höchst bis zum Waldparkplatz an der L 3106 Richtung Rimhorn; hin und zurück sind es rund sechs Kilometer.
Am Waldparkplatz an der L 3106 Richtung Rimhorn am oberen Ende der Schlucht. Das untere Ende liegt am Obrunnweg in Höchst, als Navigationsziel eignet sich Obrunnweg 36.
Nein. Wegen der naturnahen Gestaltung und der 14 Brücken über den Obrunnbach ist der Pfad nicht barrierefrei. Nimm kleine Kinder besser in der Trage mit und trage festes Schuhwerk.
Nein. Der Märchenpfad ist ganzjährig kostenfrei begehbar. Die Interessengemeinschaft, die die Figuren pflegt, finanziert sich über Spenden.
Ja. Höchst liegt an der Odenwaldbahn. Vom Bahnhof führt der Wanderweg H1 durch den Ort über die Rimhorner Straße und den Obrunnweg zum Beginn der Schlucht.
Kategorie
Natur
Obrunnweg 36, 64739 Höchst i. Odw.
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