Im Odenwälder Freilandmuseum in Walldürn-Gottersdorf gehst du durch Stuben, Küchen, Ställe und Scheunen von Häusern, die einmal in Dallau, Bürgstadt oder Oberwittstadt standen. 17 Gebäude aus dem Odenwald und dem Bauland wurden an ihren Herkunftsorten abgebaut und hier wieder aufgebaut. Dazu kommen zwei Gottersdorfer Höfe an ihrem ursprünglichen Platz. Sie zeigen, wie Tagelöhner, Klein- und Großbauern in den vergangenen rund 300 Jahren gewohnt und gearbeitet haben, vom winzigen Häuschen bis zum stattlichen Hof. Gärten, Felder und Tiere auf mehr als vier Hektar machen das Dorf komplett. Geöffnet ist von Ende März bis Anfang November, im Winter ist das Museum regulär geschlossen.
Die Häuser sind in zwei Baugruppen geordnet. Zur Baugruppe Odenwald gehören der Kleinbauernhof aus Dallau mit seiner früheren Dorfschänke, das Schäferhaus aus Gerolzahn, im Museum als „Blaues Haus“ bekannt, und ein Wohnhaus aus Neckarburken, in dessen Stube von 1919 bis 1932 die Postagentur des Dorfes saß. Die Baugruppe Bauland zeigt zwei Grünkerndarren, die Bauernhäuser aus Allfeld und Bofsheim, eine Feldscheune und einen Bienenstand.
| Gebäude | Herkunft | Gebaut |
|---|---|---|
| Tagelöhnerhäuschen | Oberwittstadt | 1564 |
| Bauernhaus | Allfeld | 1687 |
| Kleinbauernhof mit Dorfschänke | Dallau | 1719 |
| Ziegelhütte | Unterschwarzach | ab 1788 |
| Tagelöhnerhaus | Walldürn | 1798 |
| Armen- und Gemeindehaus | Reichartshausen | 1876 |
| Dreschhalle | Bürgstadt | 1930 |
Das Tagelöhnerhäuschen aus Oberwittstadt ist das älteste ländliche Bauwerk aus dem Einzugsgebiet des Museums und bewusst nicht möbliert, damit die alte Bausubstanz wirkt. Die Ziegelhütte zeigt ihren Zustand kurz vor 1900, in der Dreschhalle stehen zwei Lanz-Dreschmaschinen, die bis 1989 in der DDR liefen.
Die beiden Höfe im Ort sind eigene Stationen. Haus Bär gehört seit 2011 zum Museum und ist komplett im Stil der 1950er und frühen 1960er Jahre eingerichtet. Der Hof Schüßler liegt rund 200 Meter außerhalb des Geländes. Sein um 1725 erbautes Wohnhaus zeigt in jedem Raum eine andere Wohnphase, bis hin zu einer Kammer mit religiösen Wandmalereien. Für beide Baugruppen schlagen wir zwei bis drei Stunden vor, mit Hof Schüßler und Einkehr eher einen halben Tag.
Zwischen den Häusern grasen Coburger Fuchsschafe und schnattern Fränkische Landgänse, beides gefährdete Rassen, die nicht gefüttert werden dürfen. Honigbienen leben in Kästen und in einer ausgehöhlten Klotzbeute. In vier Bauerngärten wachsen alte Sorten wie die Blaue Wolfegger Bohne, auf den Feldern Grünkern und alte Kartoffelsorten, auf den Streuobstwiesen fast nur alte Apfel- und Birnensorten. Selbst ernten oder Pflanzen abzupfen ist nicht erlaubt.
Grünkern ist halbreif geernteter und gerösteter Dinkel. Im Bauland hatte ab dem späten 19. Jahrhundert fast jeder Hof eine eigene Darre, zwei davon stehen heute im Museum.
Das große Jahresfest ist das Grünkernfest an einem Sonntag Mitte Juli: Das Museumsfeld wird mit der Sichel abgeerntet und die Darre aus Sindolsheim in Betrieb genommen. Daneben kehren weitere Termine regelmäßig wieder. Zum Saisonstart wird in den alten Küchen nach historischen Rezepten gekocht, an Ostern gibt es Aktionen für Kinder, im Frühsommer ein Oldtimertreffen (2026 am Pfingstmontag), Anfang August das Winneweh-Fest mit Musik auf historischen Instrumenten und im September ein Herbstfest rund um die Ernte. Dazu kommen Living-History-Tage sowie Kräuterwanderungen und Werkstätten, meist mit Anmeldung.
Die Saison 2026 läuft vom 29. März bis 1. November. Dienstags bis sonntags ist im April und Oktober von 10 bis 17 Uhr geöffnet, von Mai bis September von 10 bis 18 Uhr. Montags bleibt das Museum zu, außer an Feiertagen.
| Ticket | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | 7,50 € |
| Ermäßigt | 5,00 € |
| Kinder 6 bis 17 Jahre | 3,50 € |
| Kinder unter 6 Jahren | frei |
| Saisonkarte Familie | 40,00 € |
| Saisonkarte Person | 30,00 € |
Den ermäßigten Preis zahlen unter anderem Menschen mit Schwerbehinderung, Gruppen ab acht Personen und alle, die mit einem tagesaktuellen bwtarif-Ticket oder dem Deutschland-Ticket anreisen. Mit Merkzeichen B im Ausweis ist die Begleitperson frei. Derzeit ist an der Kasse keine Kartenzahlung möglich, nimm also Bargeld mit (Preise Stand Oktober 2026).
Im Kleinbauernhof aus Dallau ist das Wirtshaus „Zur goldenen Krone“ im Stil der 1920er Jahre eingerichtet. An Sonn- und Feiertagen sowie an Veranstaltungstagen gibt es dort ab 11.30 Uhr bis etwa 16 oder 17 Uhr einfache Gerichte wie Grünkernküchle und Grünkernbratwurst, dazu Kaffee und Kuchen. Gruppen ab zwölf Personen können auch an anderen Tagen reservieren. Unter der Woche gibt es für Einzelgäste nur Getränke und Eis am Eingang, Plätze zum Picknicken findest du auf dem Gelände. Vor dem Eingang liegen ein Spielplatz und ein Bolzplatz, einen Fußball leihst du an der Kasse gegen Pfand. Hunde dürfen angeleint mit.
Gruppen buchen Führungen von 1,5 bis 3 Stunden, etwa durch den Bauerngarten, über die Streuobstwiese oder als Sprichwörter-Spaziergang. Ein Rundgang durch fünf Häuser dauert rund 1,5 Stunden und kostet 50 Euro plus 5 Euro Eintritt pro Person, Anmeldung unter 06286 320. Für Schulklassen gibt es Programme wie „Vom Korn zum Brot“, Kindergeburtstage sind ab fünf Jahren möglich.
Ohne Führung hilft der Audioguide, den du auf dem eigenen Smartphone abspielst oder an der Kasse ausleihst. Es gibt ihn auch für Kinder, in Leichter Sprache und als audiodeskriptive Fassung.
Die Wege im Gelände sind befestigt, aber weder geteert noch gepflastert, und es gibt einige kleinere Anstiege. Die historischen Häuser sind eng und nur über steile, ausgetretene Schwellen und Stufen zu betreten, also nicht barrierefrei. Barrierefreie Toiletten sind vorhanden.
Das Museum liegt an der Weiherstraße 12, an den ehemaligen Fischteichen des Klosters Amorbach. Von Walldürn fährst du auf der B 47 Richtung Amorbach und biegst nach rund zwei Kilometern rechts nach Gottersdorf ab. Der kostenlose Besucherparkplatz liegt gegenüber dem Klosterweiher, auch Reisebusse finden Platz.
Mit Bus und Bahn fährst du bis Walldürn Bahnhof. Von dort fährt die Linie 849 bis zur Haltestelle Gottersdorf (Baden), Freilandmuseum direkt vor dem Gelände, am Wochenende allerdings nur wenige Male. Ergänzend verkehrt das Ruftaxi 8951 ab Walldürn und Buchen, das du mindestens 60 Minuten vorher telefonisch bestellen musst.
Wer den Tag verlängern möchte, findet in Walldürn das Römerbad am Limes und die Wallfahrtsbasilika. Auf der B 47 in die andere Richtung liegt Amorbach mit Abteikirche und Templerhaus.
Stand:
Die Saison reicht von Ende März bis Anfang November, 2026 vom 29. März bis 1. November. Dienstags bis sonntags ist im April und Oktober von 10 bis 17 Uhr geöffnet, von Mai bis September von 10 bis 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, außer an Feiertagen. Von November bis Ende März ist das Museum regulär geschlossen.
Erwachsene zahlen 7,50 Euro, ermäßigt 5 Euro, Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren 3,50 Euro. Kinder unter sechs Jahren sind frei. Mit dem Deutschland-Ticket oder einem tagesaktuellen bwtarif-Ticket gilt der ermäßigte Preis. Bezahlen kannst du derzeit nur bar.
Ja, im Wirtshaus „Zur goldenen Krone“ im Kleinbauernhof aus Dallau, allerdings nur an Sonn- und Feiertagen sowie an Veranstaltungstagen ab 11.30 Uhr. Auf der Karte stehen einfache regionale Gerichte wie Grünkernküchle, dazu Kaffee und Kuchen. Unter der Woche gibt es am Eingang Getränke und Eis, Picknick auf dem Gelände ist möglich.
Nur teilweise. Die Wege sind befestigt, aber nicht gepflastert und haben kleinere Anstiege. Die historischen Häuser sind eng und nur über Schwellen und Stufen zugänglich. Barrierefreie Toiletten gibt es. Der Audioguide liegt auch in Leichter Sprache und als audiodeskriptive Fassung vor.
Mit der Bahn bis Walldürn, von dort mit der Buslinie 849 bis zur Haltestelle Gottersdorf (Baden), Freilandmuseum vor dem Museumsgelände. Am Wochenende fährt die Linie nur wenige Male, ergänzend gibt es das Ruftaxi 8951 ab Walldürn und Buchen, das mindestens 60 Minuten vorher telefonisch bestellt werden muss.
Kategorie
Kultur
Weiherstraße 12, 74731 Walldürn-Gottersdorf
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