Fürstliche Abteikirche Amorbach
Kultur

Fürstliche Abteikirche Amorbach

Über dieses Ziel

Mitten in Amorbach steht mit der Fürstlichen Abteikirche eine der bedeutendsten Rokokokirchen Deutschlands. Hinter der roten Sandsteinfassade mit ihren zwei Türmen öffnet sich ein Raum voller Stuck und Deckenbilder, dessen Oberflächen aus der Bauzeit fast vollständig im Original erhalten sind. Dazu kommt die große Orgel der Gebrüder Stumm. Die Kirche kannst du auf eigene Faust besichtigen, den Grünen Saal und die Bibliothek der früheren Abtei siehst du nur bei einer Führung.

Was du in der Kirche siehst

Die Kirche entstand von 1742 bis 1747 nach Plänen des kurmainzischen Hofbaumeisters Maximilian von Welsch auf den Grundmauern einer mittelalterlichen Kirche. Stehen blieben die beiden Westtürme; sie stammen laut Denkmalliste aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts und bekamen im Barock ihre geschwungenen Hauben. Vor der Fassade führt eine mehrläufige Freitreppe mit Balustrade und Figuren zum Portal.

Innen arbeiteten die Stuckateure Johann Michael Feichtmayr und Georg Übelhör mit dem Maler Matthäus Günther zusammen. Das Chorgitter schmiedete Markus Gattinger, die doppelläufige Kanzel schuf Wolfgang van der Auvera. Bei der Restaurierung von 2012 bis 2015 wurden die Oberflächen nur gereinigt und konserviert, nicht neu gefasst. Deshalb siehst du den Raum weitgehend so, wie er im 18. Jahrhundert ausgestattet wurde.

Die Stumm-Orgel

Die Orgel bauten die Gebrüder Stumm aus Rhaunen-Sulzbach im Hunsrück von 1774 bis 1782. Es ist das größte Instrument, das ihre Werkstatt je verlassen hat. Heute hat sie 5.116 Pfeifen und 65 klingende Register auf vier Manualen und Pedal, dazu ein Glockenspiel. Bei einer gewöhnlichen Besichtigung wird nicht gespielt. Hören kannst du sie bei der Führung mit Orgelvorspiel, das rund 20 Minuten dauert, oder bei einem Konzert der Reihe „Amorbacher Abteikonzerte“. Gruppen können ein eigenes Orgelvorspiel buchen.

Grüner Saal und Bibliothek

Zur Abtei gehören der frühklassizistische Grüne Saal und die Bibliothek. Deren Deckenfresko vollendete Konrad Huber 1789, die Schnitzereien entstanden von 1793 bis 1799 nach Entwürfen von Andreas Dittmann im sogenannten Amorbacher Zopfstil. Heute steht hier die Fürstliche Hofbibliothek mit rund 30.000 Bänden. Beide Räume sind nur bei Führungen zugänglich. Einen ersten Eindruck gibt der 3D-Rundgang auf der Seite des Fürstenhauses.

Öffnungszeiten und Eintritt

Allein besichtigen kannst du die Kirche dienstags bis freitags von 10 bis 16.30 Uhr. Von Ostern bis Allerheiligen ist sie zusätzlich samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 16 Uhr offen, sonntags wegen des Gottesdienstes erst ab etwa 11.30 Uhr. Im Winter ist werktags von 10 bis 15 Uhr geöffnet; ob das schon montags gilt, gibt der Betreiber unterschiedlich an, frag im Zweifel vorher nach. Der Erhaltungsbeitrag kostet 3 Euro, dafür bekommst du einen gedruckten Kurzführer. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind frei. Während Gottesdiensten ist keine Besichtigung möglich, an Konzerttagen nur bis 12.30 Uhr (Stand Oktober 2026).

Führungen

Die öffentlichen Führungen laufen 2026 vom 3. April bis 1. November, Treffpunkt ist die Gästeinformation Bayerischer Odenwald am Schlossplatz 1:

FührungDauerTerminePreis
Abtei60 Min.Di–Fr 15 Uhr, Sa und Feiertag 11 und 15 Uhr, So 11 Uhr8 €
Abteikirche40 Min.Termine bei der Gästeinformation6 €
Mit Orgelvorspiel60 Min.So 15 Uhr16 €
Bibliothek45 Min.So 14 Uhr9 €

Die Abteiführung umfasst Kirche, Grünen Saal und Bibliothek. Dazu kommen Themen- und Taschenlampenführungen. Gruppen buchen ganzjährig über die Gästeinformation, Telefon 09373 200574; eine Abteiführung für bis zu 20 Personen kostet 130 Euro, ein Orgelvorspiel 200 Euro (Stand Oktober 2026).

Geschichte in Kürze

Das Benediktinerkloster wurde im frühen 8. Jahrhundert gegründet und im 18. Jahrhundert fast vollständig neu gebaut. Nach der Kirche kam im späten 18. Jahrhundert der neue Konventbau mit Grünem Saal und Bibliothek hinzu, nach Plänen von Ignaz von Neumann, einem Sohn Balthasar Neumanns. 1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Das Fürstenhaus zu Leiningen erhielt die Abtei als Entschädigung und machte sie zu seiner Residenz, die Kirche wurde evangelische Hofkirche der fürstlichen Familie. Heute gehört sie der gemeinnützigen Fürst zu Leiningen-Stiftung, die für ihren Erhalt sorgt.

Anfahrt und Parken

Die Kirche liegt am Schlossplatz in der Altstadt. Vom Bahnhof Amorbach, an dem die Züge zwischen Miltenberg und Seckach halten, gehst du gut 500 Meter, etwa sieben Minuten. In der Altstadt gilt montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr eine Parkzone mit Parkscheibe; am Schlossplatz und im Amtsgarten darfst du drei Stunden stehen. Ohne Zeitlimit parkst du kostenlos auf dem Altstadtparkplatz in der Dr.-F.-A.-Freundt-Straße.

Kombinieren

Ein paar Gehminuten entfernt steht das Templerhaus. Über Amorbach liegt auf dem Gotthardsberg die Gotthardsruine. Rund zwei Kilometer westlich der Altstadt erreichst du zu Fuß im Otterbachtal die Kapelle Amorsbrunn über ihrer Quelle, die der Überlieferung nach am Anfang der Christianisierung der Gegend steht. Etwa zehn Kilometer entfernt liegt die Burgruine Wildenberg. Und am zweiten Advent, dem 6. Dezember 2026, lädt das Fürstenhaus um 17 Uhr zum offenen Advents- und Weihnachtsliedersingen in die Abteikirche ein, der Eintritt ist frei.

Stand:

Häufige Fragen zu Fürstliche Abteikirche Amorbach

Kann man die Abteikirche Amorbach ohne Führung besichtigen?

Ja. Die Kirche ist dienstags bis freitags von 10 bis 16.30 Uhr offen, von Ostern bis Allerheiligen auch samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 16 Uhr, sonntags erst ab etwa 11.30 Uhr. Der Erhaltungsbeitrag kostet 3 Euro, unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Grüner Saal und Bibliothek siehst du nur bei einer Führung (Stand Oktober 2026).

Was kostet eine Führung durch die Abtei Amorbach?

In der Saison 2026, vom 3. April bis 1. November, kostete die Abteiführung mit Kirche, Grünem Saal und Bibliothek 8 Euro, die Kirchenführung 6 Euro, die Führung mit Orgelvorspiel 16 Euro und die Bibliotheksführung 9 Euro. Treffpunkt ist die Gästeinformation am Schlossplatz 1.

Wann kann man die Stumm-Orgel in Amorbach hören?

Bei der Führung mit Orgelvorspiel, die in der Saison 2026 sonntags um 15 Uhr stattfand, bei den Amorbacher Abteikonzerten oder bei einem eigens gebuchten Orgelvorspiel für Gruppen. Bei einer normalen Besichtigung wird die Orgel nicht gespielt.

Wie groß ist die Orgel der Abteikirche Amorbach?

Die Orgel der Gebrüder Stumm von 1774 bis 1782 hat heute 5.116 Pfeifen und 65 klingende Register auf vier Manualen und Pedal, dazu ein Glockenspiel. Es ist das größte Instrument, das die Werkstatt Stumm je gebaut hat.

Wo parkt man an der Abteikirche Amorbach?

Am Schlossplatz und im Amtsgarten darfst du mit Parkscheibe drei Stunden parken; die Regel gilt montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr. Ohne Zeitlimit und kostenlos parkst du auf dem Altstadtparkplatz in der Dr.-F.-A.-Freundt-Straße.

Ist die Abteikirche Amorbach katholisch oder evangelisch?

Evangelisch. Seit 1803 ist die frühere Benediktinerkirche evangelische Hofkirche der Fürsten zu Leiningen. Sie gehört der gemeinnützigen Fürst zu Leiningen-Stiftung, Gottesdienste haben Vorrang vor Besichtigungen.

Wie lange dauert ein Besuch der Abtei Amorbach?

Für die Kirche allein reicht eine halbe bis eine Stunde. Die Abteiführung mit Grünem Saal und Bibliothek dauert rund 60 Minuten, die Führung mit Orgelvorspiel ebenfalls etwa eine Stunde. Mit einem Gang durch die Altstadt und zum Templerhaus passt ein halber Tag.

Wichtige Infos

Kategorie

Kultur

Öffnungszeiten
Di–Fr 10–16.30 Uhr; Ostern bis Allerheiligen auch Sa, So und Feiertag 11–16 Uhr (So ab ca. 11.30 Uhr); Winter werktags 10–15 Uhr
Eintritt
Erhaltungsbeitrag 3 € mit gedrucktem Kurzführer, unter 18 Jahren frei (Stand Oktober 2026)
Führungen 2026
3.4. bis 1.11.: Abtei mit Grünem Saal und Bibliothek 8 €, Kirche 6 €, mit Orgelvorspiel (So 15 Uhr) 16 €, Bibliothek (So 14 Uhr) 9 €
Treffpunkt und Buchung
Gästeinformation Bayerischer Odenwald, Schlossplatz 1, Amorbach, Tel. 09373 200574
Einschränkungen
Keine Besichtigung während Gottesdiensten; an Konzerttagen nur bis 12.30 Uhr
Orgel
Gebrüder Stumm 1774–1782, 5.116 Pfeifen, 65 klingende Register, vier Manuale und Pedal, Glockenspiel
Baugeschichte
Kirche 1742–1747 nach Plänen von Maximilian von Welsch, Westtürme 12. Jh., Restaurierung 2012–2015
Bibliothek
Fürstliche Hofbibliothek mit rund 30.000 Bänden, Deckenfresko 1789, Ausstattung im Amorbacher Zopfstil
Anreise
Bahnhof Amorbach ca. 7 Min. zu Fuß; Schlossplatz 3 Std. mit Parkscheibe, Altstadtparkplatz Dr.-F.-A.-Freundt-Straße kostenlos

Anfahrt

Schlossplatz, 63916 Amorbach

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