Schloss Erbach steht am Marktplatz mitten in Erbach und gehört seit 2005 dem Land Hessen. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen zeigen hier zwei Museen: die Gräflichen Sammlungen, die du nur mit Führung besichtigen kannst, und das Deutsche Elfenbeinmuseum, durch das du ohne Führung gehst. Beide haben eigene Eintrittspreise, ein Kombiticket deckt alles ab und gilt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.
Stand 28. September 2026 ist der neugotische Rittersaal wegen laufender Untersuchungen an der historischen Bausubstanz bis auf Weiteres geschlossen. Die Rüstungen, die dort ausgestellt sind, kannst du deshalb derzeit nicht sehen. Prüfe vor dem Besuch den aktuellen Hinweis der Schlösserverwaltung.
Das Schloss mit den Gräflichen Sammlungen und der Hubertuskapelle ist von April bis Oktober dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet, Museumsladen und Kasse schon ab 10 Uhr. Im März, November und Dezember gelten dieselben Tage mit 11 bis 16 Uhr. Das Deutsche Elfenbeinmuseum ist von April bis Dezember dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Montags ist geschlossen, außer an Feiertagen, im Januar und Februar ist Winterpause.
Von April bis Oktober beginnen die Führungen dienstags bis sonntags und an Feiertagen um 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr, im März, November und Dezember um 12, 14 und 15 Uhr. Am ersten Sonntag im Monat gibt es von 15.30 bis 17 Uhr eine Intensivführung. Tickets bekommst du im Museumsladen im Schlosshof oder im Online-Shop der Schlösserverwaltung. Gruppen buchen individuelle Führungen nach Voranmeldung.
Den Grundstein der Sammlungen legte Graf Franz I. zu Erbach-Erbach (1754 bis 1823). Auf einer Italienreise 1791 kaufte er den größten Teil der Antiken, die heute noch in Erbach zu sehen sind. Sein Hofkünstler Johann Wilhelm Wendt richtete danach drei Zimmer der Beletage nach antikem Vorbild ein: ein Arbeits- und ein Audienzzimmer mit Marmorporträts römischer Staatsmänner und ein kleines Schlafgemach mit den wichtigsten antiken Vasen. Diese Sammlungsräume sind nahezu unverändert erhalten.
Graf Franz sammelte außerdem Glasmalereien, Waffen, Rüstungen und Geweihe. In den einstigen Wohnräumen hängt eine Porträtgalerie mit Werken von Barockmalern wie Anthonis van Dyck, Gerard van Honthorst und Michiel Mierevelt, dazu kommen ostasiatische Porzellane. Sein Enkel Eberhard XV. (1818 bis 1884) ergänzte Möbel und sakrale Kunst.
Der Schöllenbacher Altar von 1515 steht in der Hubertuskapelle des Schlosses. Du siehst ihn nur bei einer eigenen Führung, dienstags bis sonntags und an Feiertagen um 13 Uhr. Der spätgotische Flügelaltar zeigt die Wurzel Jesse als Stammbaum Christi mit den zwölf Königen des Alten Testaments und wurde zwischen 2006 und 2010 aufwendig restauriert.
Das Deutsche Elfenbeinmuseum ist seit 2016 in einem Flügel des Schlosses untergebracht. Die Ausstellung auf 450 Quadratmetern führt chronologisch von den Elfenbeinarbeiten, die Graf Franz I. selbst anfertigte, bis in die Moderne. Erbacher Schnitzern wie Otto Glenz, Ferdinand Preiss und Emil Straub sind eigene Vitrinen gewidmet, ein Kabinett zeigt Beinschnitzereien von Karl Schmidt-Rottluff.
Graf Franz I. brachte das Handwerk in den Odenwald: 1783 erließ er einen neuen Zunftbrief für die Drechsler, der als Geburtsstunde der Erbacher Elfenbeinschnitzerei gilt. In der angegliederten Museumswerkstatt werden heute im Sinne des Artenschutzes nur Alternativen wie Taguanuss, Bein und fossiles Mammutelfenbein verarbeitet. An der Werkbank gibt es von März bis Dezember dienstags bis sonntags und an Feiertagen um 13.30 Uhr eine Einführung ins Handwerk. Eine öffentliche Führung durch das Museum findet am ersten Sonntag im Monat von 14.30 bis 15.30 Uhr statt.
Die Führung durch die Gräflichen Sammlungen kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, für Kinder von 6 bis 17 Jahren 5 Euro und für Familien 20 Euro. Das Deutsche Elfenbeinmuseum ohne Führung kostet 6 Euro, ermäßigt 4,50 Euro, für Kinder 4 Euro und für Familien 15 Euro. Die Führung zum Schöllenbacher Altar kostet 4 Euro, der Werkbankbesuch mit Einführung 2 Euro. Audioguides für Erwachsene auf Deutsch und Englisch sowie der Kinder-Audioguide Museumslauscher sind kostenlos (Preise Stand September 2026).
Das Kombiticket für Gräfliche Sammlungen, Schöllenbacher Altar, Elfenbeinmuseum und Werkbank kostet 16 Euro, ermäßigt 12 Euro, für Kinder 10 Euro und für Familien 40 Euro. Nimmst du die Einhardsbasilika in Michelstadt-Steinbach dazu, zahlst du 20 Euro, ermäßigt 15 Euro. Beide Tickets gelten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Als Familie gelten zwei Erwachsene mit höchstens vier Kindern von 6 bis 17 Jahren.
Die Gräflichen Sammlungen sind nicht barrierefrei. Du erreichst sie nur über eine historische Außentreppe mit acht Stufen, in der Ausstellung folgt eine Treppe mit insgesamt 25 unregelmäßigen Stufen. Für die Führungen stehen klappbare Leihhocker bereit, Leihrollstühle gibt es nicht. Zur Hubertuskapelle führt eine Wendeltreppe mit sieben Stufen.
Das Deutsche Elfenbeinmuseum ist für Menschen mit Gehbehinderung und im Rollstuhl über einen Treppenlift zugänglich. Melde die Nutzung vorher an der Kasse an, weil der Lift vorbereitet werden muss. Im Schloss gibt es eine barrierefreie Toilette.
Mit seinem mittelalterlichen Bergfried prägt das Schloss bis heute die Stadtansicht. Die Burg Erbach wird 1303 erstmals urkundlich erwähnt, 1736 ließ Graf Georg Wilhelm zu Erbach-Erbach das Schloss um- und ausbauen. Den Rittersaal gestaltete Johann Wilhelm Wendt um 1805 als frühes Beispiel neugotischer Innenarchitektur. 2005 ging das Schloss durch Verkauf an das Land Hessen.
Das Schloss liegt am Marktplatz 7 in Erbach, Kasse und Museumsladen findest du im Schlosshof. Direkt am Schloss darfst du nicht parken. Die Schlösserverwaltung empfiehlt die Parkplätze am Bahnhof, an der Lustgartenstraße und an der Neuen Lustgartenstraße, von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Im Zentrum von Erbach gibt es laut Stadt mehr als 1.000 gebührenfreie Parkplätze; auf dem Lustgarten-Parkplatz parkst du mit Parkscheibe bis zu drei Stunden. Zwei Behindertenparkplätze liegen am Marktplatz an der Schlossmauer.
Mit der Odenwaldbahn fährst du bis Erbach (Odenwald). Vom Bahnhof bist du über eine Treppenverbindung in etwa fünf Minuten am Schloss, auf dem barrierefreien Weg in etwa 15 Minuten. Der Citybus hält an der Haltestelle Brückenstraße/Marktplatz, etwa drei Gehminuten vom Schloss. Bei Bauarbeiten fahren auf der Odenwaldbahn Ersatzbusse, prüfe deine Verbindung deshalb vorher bei VIAS oder im RMV.
Stand:
Nur zum Teil. Die Gräflichen Sammlungen und den Schöllenbacher Altar siehst du ausschließlich bei einer Führung. Das Deutsche Elfenbeinmuseum im Schloss erkundest du dagegen auf eigene Faust, mit kostenlosem Audioguide für Erwachsene und Kinder.
Die Führung durch die Gräflichen Sammlungen kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, Kinder von 6 bis 17 Jahren zahlen 5 Euro. Das Elfenbeinmuseum kostet 6 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Das Kombiticket für alles kostet 16 Euro, mit der Einhardsbasilika 20 Euro, und gilt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (Stand September 2026).
Von April bis Oktober dienstags bis sonntags und an Feiertagen um 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr, im März, November und Dezember um 12, 14 und 15 Uhr. Am ersten Sonntag im Monat gibt es von 15.30 bis 17 Uhr eine Intensivführung. Den Schöllenbacher Altar zeigt eine eigene Führung um 13 Uhr.
Nein. Stand 28. September 2026 ist der Rittersaal wegen laufender Untersuchungen an der historischen Bausubstanz bis auf Weiteres geschlossen. Die übrigen Räume der Gräflichen Sammlungen sind mit Führung zu sehen. Prüfe kurz vor dem Besuch die Besucherinformation der Schlösserverwaltung.
Das Museum ist seit 2016 in einem Flügel von Schloss Erbach untergebracht; Tickets gibt es im Museumsladen im Schlosshof. Es hat einen eigenen Eintritt von 6 Euro, ermäßigt 4,50 Euro, und ist nicht im Preis der Schlossführung enthalten. Das Kombiticket für 16 Euro lohnt sich, wenn du außerdem die Gräflichen Sammlungen, den Schöllenbacher Altar und die Werkbank besuchst.
Die Gräflichen Sammlungen nicht: Der Zugang führt über eine Außentreppe mit acht Stufen, in der Ausstellung folgen 25 Stufen. Das Deutsche Elfenbeinmuseum erreichst du über einen Treppenlift, den du vorher an der Kasse anmeldest. Eine barrierefreie Toilette ist vorhanden.
Direkt am Schloss ist Parken nicht erlaubt. Nutze die Parkplätze am Bahnhof, an der Lustgartenstraße oder an der Neuen Lustgartenstraße, von dort sind es wenige Minuten zu Fuß. Die Parkplätze im Zentrum von Erbach sind gebührenfrei, am Lustgarten-Parkplatz gilt eine Parkscheibe für bis zu drei Stunden.
Kategorie
Kultur
Marktplatz 7, 64711 Erbach
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