Einhardsbasilika Michelstadt-Steinbach
Geschichte

Einhardsbasilika Michelstadt-Steinbach

Über dieses Ziel

Die Einhardsbasilika in Steinbach ist eines der am besten erhaltenen Bauwerke der Karolingerzeit in Deutschland. Einhard, Vertrauter und Biograf Karls des Großen, ließ sie zwischen 815 und 827 errichten, und der größte Teil ihrer Bausubstanz stammt noch aus dieser Zeit. Innen erwartet dich ein leerer, schlichter Raum ohne Altar und Bänke. Gerade deshalb lassen sich hier fast 1.200 Jahre Baugeschichte direkt an den Wänden ablesen: originaler Putz aus der Bauzeit, ein offener Dachstuhl von 1168 und eine kreuzförmige Krypta. Für alle, die sich für das frühe Mittelalter interessieren, ist sie ein lohnender Halt, Schloss Fürstenau liegt gleich nebenan.

Was du in der Basilika siehst

Neben der Torhalle des Klosters Lorsch, der Pfalzkapelle in Aachen und dem Westwerk in Corvey zählt die Basilika zu den letzten authentisch erhaltenen Bauten der Karolingerzeit in Deutschland. Typisch sind die glatten, kaum gegliederten Mauern aus gelbbraunem bis dunkelrotem Sandstein, über die sich helle, breite Fugen wie ein Netz ziehen.

Du betrittst den dreischiffigen Bau durch das Westportal. An der Nordwand des Mittelschiffs ist der helle Putz rund um die oberen Fenster seit etwa 827 erhalten. Darüber sind an einigen Stellen Reste eines farbigen Frieses zu sehen, des einzigen Schmucks aus Einhards Zeit. Der Blick geht hinauf in den offenen Dachstuhl aus Eichenbalken von 1168, eines der ältesten erhaltenen Dachwerke in Deutschland. Fünf Grabdenkmäler an der Nordwand erinnern vor allem an Benediktinerinnen des späteren Klosters.

Die Seitenschiffe waren im Lauf der Jahrhunderte abgetragen worden. Anfang der 1970er-Jahre wurden sie teilweise wieder aufgebaut, um die acht Meter hohen, aber nur knapp 70 Zentimeter dicken Wände des Mittelschiffs zu stützen. Unter den Apsiden liegt die kreuzförmige Krypta, in der Einhard und seine Frau Imma begraben sein wollten. Durch eine gotische Spitzbogenpforte gelangst du in die einstige Sakristei und den Winterchor mit einer kleinen Ausstellung über Einhard.

Einhard, die Reliquien und Seligenstadt

815 schenkte Kaiser Ludwig der Fromme Einhard die Mark Michelstadt. Für die Weihe seiner Kirche ließ Einhard 827 die Reliquien der Märtyrer Marcellinus und Petrus aus einer römischen Katakombe holen, eine Aktion, die damals Aufsehen erregte. Schon nach wenigen Monaten zog er mit den Gebeinen nach Seligenstadt am Main weiter. Der Legende nach wollten die Heiligen nicht in Michelstadt bleiben, wahrscheinlicher ist, dass Einhard sie dort besser präsentieren konnte. In Seligenstadt baute er eine zweite, größere Basilika, in der er nach seinem Tod 840 beigesetzt wurde.

Nach Einhards Tod ging die Basilika an das Kloster Lorsch. Ab 1073 lebten hier Mönche aus Lorsch, ab dem 13. Jahrhundert Benediktinerinnen, bis das Kloster 1535 in der Reformation aufgehoben wurde. Später kauften die Grafen zu Erbach die Anlage und nutzten die Kirche als Schuppen für Jagdgerät und als Holzlager ihres Hofschreiners. Weil der Schreiner nur trockenes Holz verwenden konnte, hielt er das Dach stets dicht. Das erklärt, warum der Bau so gut erhalten ist. Erst 1873 wurde er als karolingisch erkannt, 1967 kaufte ihn das Land Hessen.

Öffnungszeiten und Eintritt

ZeitraumGeöffnetUhrzeit
April bis OktoberDi–So und Feiertage10–17 Uhr
März und NovemberDi–So und Feiertage10–16 Uhr
DezemberDi–So und Feiertage11–16 Uhr

Montags ist geschlossen, sofern kein Feiertag ist. Vom 24. bis 26. Dezember bleibt die Basilika zu, vom 1. Januar bis 17. Februar ist Winterpause.

TicketErwachseneErmäßigtKinder 6–16Familie
Ohne Führung4 €3 €2,50 €10 €
Mit Führung8 €6 €5 €20 €
Gesamtpaket mit Schloss Erbach20 €15 €12,50 €48 €

Die Familienkarte gilt für zwei Erwachsene mit bis zu vier Kindern zwischen 6 und 17 Jahren. Ermäßigt zahlen unter anderem Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende bis einschließlich 25 Jahre und Inhaber der Ehrenamts-Card Hessen. Das Gesamtpaket gilt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Es umfasst neben der Basilika in Schloss Erbach die Gräflichen Sammlungen und den Schöllenbacher Altar mit Führung, das Deutsche Elfenbeinmuseum und die Werkbank mit Einführung (Preise Stand Oktober 2026).

Führungen und Audioguide

Öffentliche Führungen beginnen von April bis Oktober am ersten und dritten Samstag im Monat um 11 Uhr am Eingang und dauern eine Stunde. Tickets gibt es online und, solange Plätze frei sind, im Museumsshop vor Ort. Gruppen können eigene Termine vereinbaren. Wer lieber allein unterwegs ist, nutzt den Audioguide oder den Überblicksrundgang in der Kulturschätze-App der Schlösserverwaltung.

Zugang und Barrierefreiheit

Vor dem Eingang liegt historisches, teils unebenes Pflaster. Bis zur Kasse sind zwei größere und zwei kleinere Stufen zu nehmen, direkt vor der Kasse noch einmal drei. Im Rollstuhl erreichst du Mittelschiff, Seitenschiffe, Sakristei und Winterchor, die gotische Pforte ist an der engsten Stelle etwa 70 Zentimeter breit. In die Krypta führt nur eine sehr steile, schmale Treppe mit zwölf Stufen. Die Toilette ist nicht barrierefrei, die Wege draußen sind überwiegend gekiest.

Kinderwagen und Hunde dürfen nicht mit hinein, Assistenzhunde ausgenommen. Fotografieren ohne Blitz ist erlaubt.

Anfahrt und Parken

Die Basilika steht in der Schlossstraße 17 im Michelstädter Stadtteil Steinbach. Direkt davor kannst du nur zum Aussteigen halten. Parkplätze gibt es rund 100 Meter entfernt auf dem Graf-Raimund-Platz, ausgewiesene Behindertenparkplätze allerdings nicht.

Vom Bahnhof Michelstadt an der Odenwaldbahn gehst du etwa acht Minuten, mit eingeschränkter Mobilität eher 25. Montags bis samstags halten die CityBus-Linien 3 und 4 an der Haltestelle Steinbach Einhardsbasilika, unter anderem aus der Michelstädter Altstadt und aus Erbach. Sonntags und an Feiertagen fährt der CityBus Steinbach nicht an.

Mit Schloss Fürstenau und Erbach verbinden

Gleich neben der Basilika liegt Schloss Fürstenau, eine Wasserburg, die Kurmainz um 1250 errichten ließ. Sie gehört bis heute den Grafen zu Erbach-Fürstenau und ist teilweise bewohnt, die Schlossanlage kannst du täglich von 10 bis 16 Uhr besichtigen. Für Gruppen bietet die Stadt Michelstadt die rund zweistündige Führung „Schlossgeschichten und Einhards Erbe“ durch Basilika und Schlosshof an. Sie kostet 75 Euro für bis zu 15 Personen, dazu kommen 4 Euro Eintritt pro Person.

An der Basilika beginnt außerdem der Kulturhistorische Wanderweg Steinbach. Die rund acht Kilometer lange Runde mit 211 Höhenmetern führt an 17 Stationen vorbei, unter anderem am Schloss Fürstenau und am Rehbacher See. Für die Strecke sind etwa zweieinhalb Stunden angesetzt.

Im Stadtmuseum in der Michelstädter Kellerei ist Einhard und seiner Basilika ein eigener Bereich gewidmet, Schloss Erbach erreichst du mit dem Gesamtpaket am selben oder am nächsten Tag.

Stand:

Häufige Fragen zu Einhardsbasilika Michelstadt-Steinbach

Kann man die Krypta der Einhardsbasilika besichtigen?

Ja. Die kreuzförmige Krypta unter den Apsiden erreichst du allerdings nur über eine sehr steile, schmale Treppe mit zwölf Stufen. Für Menschen mit Gehbehinderung und im Rollstuhl ist sie deshalb nicht zugänglich. Einhard hatte die Krypta als Grablege für sich und seine Frau Imma vorgesehen.

Ist Einhard in der Einhardsbasilika begraben?

Nein. Einhard zog wenige Monate nach der Ankunft der Reliquien von Marcellinus und Petrus mit den Gebeinen nach Seligenstadt am Main. Dort ließ er eine zweite, größere Basilika bauen, in der er nach seinem Tod 840 beigesetzt wurde.

Hat die Einhardsbasilika im Winter geöffnet?

Teilweise. Im November ist dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet, im Dezember von 11 bis 16 Uhr, außer vom 24. bis 26. Dezember. Vom 1. Januar bis 17. Februar ist Winterpause, im März gelten wieder 10 bis 16 Uhr. Öffentliche Führungen gibt es nur von April bis Oktober.

Was enthält das Kombiticket mit Schloss Erbach?

Das Gesamtpaket kostet 20 Euro, ermäßigt 15 Euro, für Kinder 12,50 Euro und für Familien 48 Euro. Es gilt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen und umfasst die Einhardsbasilika ohne Führung sowie in Schloss Erbach die Gräflichen Sammlungen und den Schöllenbacher Altar mit Führung, das Deutsche Elfenbeinmuseum und die Werkbank mit Einführung.

Lassen sich Einhardsbasilika und Schloss Fürstenau an einem Termin besichtigen?

Ja, das Schloss liegt gleich neben der Basilika, die Schlossanlage ist täglich von 10 bis 16 Uhr zugänglich. Gruppen können bei der Gästeinformation Michelstadt die etwa zweistündige Führung „Schlossgeschichten und Einhards Erbe“ buchen, die beide Orte verbindet. Das Schloss selbst ist bewohnt, besichtigt wird der Schlosshof.

Wichtige Infos

Kategorie

Geschichte

Öffnungszeiten
April–Oktober Di–So und Feiertage 10–17 Uhr; März und November 10–16 Uhr; Dezember 11–16 Uhr; Winterpause 1. Januar bis 17. Februar
Geschlossen
Montags (außer an Feiertagen) sowie am 24., 25. und 26. Dezember
Eintritt
4 €, ermäßigt 3 €, Kinder 6–16 Jahre 2,50 €, Familie 10 €; mit Führung 8 € (Stand Oktober 2026)
Führungen
April–Oktober am 1. und 3. Samstag im Monat um 11 Uhr, Dauer 1 Std.; sonst Audioguide und Hörführung in der Kulturschätze-App
Kombiticket
Gesamtpaket mit Schloss Erbach und Deutschem Elfenbeinmuseum 20 €, gültig an zwei aufeinanderfolgenden Tagen
Baugeschichte
Erbaut 815–827 von Einhard; offener Dachstuhl von 1168; seit 1967 im Besitz des Landes Hessen
Barrierefreiheit
Stufen am Eingang und vor der Kasse; Krypta nur über steile Treppe mit 12 Stufen; Toilette nicht barrierefrei
Parken
Graf-Raimund-Platz, ca. 100 m entfernt; vor der Basilika nur Halten zum Aussteigen
Bus und Bahn
CityBus 3 und 4 (Mo–Sa) bis Steinbach Einhardsbasilika; ab Bahnhof Michelstadt (Odenwaldbahn) ca. 8 Min. zu Fuß
Adresse und Telefon
Schlossstraße 17, 64720 Michelstadt-Steinbach; Tel. 06061 73967

Anfahrt

Schlossstraße 17, 64720 Michelstadt-Steinbach

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