Geschichte
Der Drei-Länder-Stein bei Hesselbach ist ein historischer Grenzstein mitten im Wald des südöstlichen Odenwalds. Er markiert den Punkt, an dem heute die Bundesländer Hessen, Bayern und Baden-Württemberg zusammentreffen. Der Stein selbst ist eher ein geschichtliches Wanderziel als ein Aussichtspunkt und lässt sich besonders gut mit einer kurzen oder mittleren Rundwanderung verbinden.
Der lokale Rundweg führt durch die Wälder östlich von Hesselbach und unmittelbar am Drei-Länder-Stein vorbei. Er ist die sinnvollste Wahl, wenn der Grenzstein das Hauptziel des Ausflugs sein soll, ohne daraus eine lange Tageswanderung zu machen. Die Runde startet praktisch am angegebenen Parkplatz.
Empfehlung: Für den ersten Besuch ist diese Runde am ausgewogensten. Mit Fotostopp und kleiner Rast sollte man ungefähr zwei Stunden vorsehen.
Der offizielle Drei-Länder-Weg führt tatsächlich nacheinander durch Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Zu den Stationen gehören unter anderem:
das römische Kleinkastell Zwing,
das Waldleininger Tal,
Schloss Waldleiningen,
mehrere Landesgrenzübertritte,
das ehemalige Römerkastell Hesselbach.
Die Strecke verläuft überwiegend durch Wald und offene Hochflächen und besitzt keine außergewöhnlich langen Steigungen.
Wichtiger Planungshinweis: Der namensgebende Grenzstein liegt nicht genau auf dem geschlossenen Hauptverlauf der ausgeschilderten 6er-Runde. Der kurze Abstecher sollte ausdrücklich eingeplant werden. Vom Bereich des Hesselbacher Torhauses sind es laut Wegeverzeichnis etwa 0,4 Kilometer einfach bis zum Drei-Länder-Stein – insgesamt also rund 0,8 Kilometer zusätzlich.
Mit dem Abstecher, Besichtigungen und einer Rast ist für diese Variante ein Zeitrahmen von etwa fünf Stunden realistisch.
Start: ausgeschilderter Wanderparkplatz im kleinen Ort Ernsttal
Diese Waldwanderung verbindet Schloss Waldleiningen, den Drei-Länder-Stein, das Hesselbacher Tor und Breitenbach. Sie ist landschaftlich abwechslungsreicher als der kurze Hesselbacher Rundweg, verlangt aber mehr Kondition und Aufmerksamkeit bei der Orientierung. Besonders der Zugang zum Grenzstein verläuft abschnittsweise über einen schmalen, leicht zu übersehenden Waldpfad.
Für eine entspannte Durchführung einschließlich Pausen sollte man eher vier bis fünf Stunden einplanen. Eine Offlinekarte oder ein gespeicherter GPS-Track ist für diese Variante sinnvoll.
Am Grenzpunkt stoßen heute folgende Verwaltungsgebiete aneinander:
Es handelt sich somit nicht um ein internationales Dreiländereck, sondern um einen Grenzpunkt dreier deutscher Bundesländer.
Der ungefähr 1,3 Meter hohe Grenzstein wurde 1837 gesetzt. Damals trafen an dieser Stelle noch historische Staaten beziehungsweise Territorien aufeinander. Die eingemeißelten Abkürzungen bedeuten:
Die badische Seite gehört heute zu Baden-Württemberg, die hessische zu Oberzent und die bayerische zu Kirchzell. Dadurch dokumentiert der Stein sowohl die heutigen Landesgrenzen als auch die politische Gliederung des 19. Jahrhunderts.
Auf der B 45 bis Oberzent-Hetzbach fahren. Dort auf die L 3108 Richtung Schöllenbach/Hesselbach abbiegen und ihr ungefähr 16 Kilometer bis Hesselbach folgen.
Von Amorbach über Kirchzell und Ottorfszell auf der Straße 2311 nach Hesselbach fahren. Ab Amorbach beträgt die Strecke ungefähr 20 Kilometer.
Der Grenzstein ist nicht unmittelbar mit dem Auto erreichbar. Vom Bereich Kailbacher Straße beziehungsweise vom Wanderparkplatz benötigt man zu Fuß ungefähr 20 Minuten pro Richtung. Die Wege zum Drei-Länder-Stein sind vor Ort ausgeschildert; zusätzlich verläuft der markierte Rundwanderweg mit der gelben 4 im gelben Kreis durch diesen Bereich.
Für einen reinen Kurzbesuch kann man denselben Weg zurückgehen. Zusammen mit Aufenthalt sollte man dafür insgesamt etwa eine Stunde einplanen.
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